LKA-Prüfer finden kein Krok in Bochum

Gerrit Dorn
In den vom LKA untersuchten Proben wurde zwar Heroin gefunden, aber kein Krok.
In den vom LKA untersuchten Proben wurde zwar Heroin gefunden, aber kein Krok.
Foto: WR-Ralf Rottmann
Die Suche nach der gefährlichen Droge Krokodil geht weiter. Neun vom LKA untersuchte Drogenproben ergaben jetzt: kein Befund. Es wurde nur Heroin, kein Krok gefunden. Damit ist weiter unklar, wie die Droge nach Deutschland kam.

Bochum. Bei den von der Bochumer Polizei beschlagnahmten Drogen handelt es sich nicht um die gefährliche Droge Krokodil ("Krok"). Das sagte Polizeisprecher Volker Schütte auf Anfrage von DerWesten. Die neun Drogenproben, die zur Untersuchung an das Landeskriminalamt geschickt wurden hat, enthielten keine der für „Krok“ charakteristischen Eigenschaften.

„In den Proben wurden weder Desomorphin, noch Metalle, Phosphor oder Jod gefunden“, sagte Schütte. Bei dem untersuchten Stoff handele es sich um normales Heroin oder Heroin-Verschnitt. „Damit ist aber nicht bewiesen, dass es Krok bei uns nicht gibt“, sagte er. Von einer Entwarnung könne keine Rede sein.

Abhängige könnten Krok selbst gemischt haben

Die Polizei sucht weiterhin nach den vier Personen, die Krok mutmaßlich eingenommen haben sollen. Von ihnen erhoffen sich die Beamten Hinweise darauf, wie die Droge nach Deutschland gekommen sei. „Es könnte auch sein, dass die Leute das selbst gemischt haben“, sagt Schütte.

Der zuständige Staatsanwalt Christian Kuhnert stellt unterdessen in Aussicht, dass Krok-Abhängige, die sich selbst anzeigen und somit zur Aufklärung beitragen, unter Umständen straffrei davon kommen könnten. „Sowohl das Betäubungsmittelgesetz als auch das Strafgesetzbuch geben uns da Möglichkeiten“, sagt Kuhnert gegenüber DerWesten. Damit will er den Abhängigen die Angst vor einer Strafe nehmen und sie motivieren, sich bei der Polizei zu melden. Man werde jeden Einzelfall „sehr wohlwollend prüfen“, sagte Kuhnert.

Gefährlicher als Heroin

Der vermeintlich aus Russland stammende Stoff wird wie Heroin gespritzt, wirkt aber noch schneller und gravierender. Schon bei einmaliger Einnahme kann Krok zu schwersten Haut- und Gewebeschäden führen. Die Haut wird schon kurz nach der Einnahme trocken und schuppig - daher hat die Droge ihren Namen.

Längere Konsum führt meist dazu, dass Gliedmaßen amputiert werden müssen. Krok kann auch schon beim ersten Konsum tödlich sein. "Das Zeug ist saugefährlich", sagt Polizeisprecher Schütte.