Klare Absprachen mit dem Chef verringern Stress durch ständige Erreichbarkeit

Wer auch in der Freizeit ständig für die Arbeit erreichbar ist, setzt sich unnötigem Stress aus.
Wer auch in der Freizeit ständig für die Arbeit erreichbar ist, setzt sich unnötigem Stress aus.
Foto: Thinkstock
Dank Handy und Smartphone ist fast jeder überall und immer erreichbar. Für Arbeitnehmer kann das besonders belastend sein: Viele fühlen sich auch in der Freizeit verpflichtet, für den Chef erreichbar zu sein. Durch klare Absprachen mit dem Vorgesetzten lässt sich der Erreichbarkeits-Stress reduzieren.

Berlin. Viele Arbeitnehmer sind auch nach der Arbeit für ihren Chef erreichbar – auch wenn der dies gar nicht erwartet. Der Stress, der durch das ständige Kontrollieren von Handy und E-Mail entsteht, ist damit oft "selbstgemacht", wie eine Studie des Instituts für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG) nahe legt.

Klare Absprachen mit Vorgesetzten könnten demnach dazu beitragen, dass Beschäftigte in ihrer Freizeit tatsächlich abschalten. Über zwei Drittel der 430 Befragten gaben an, auf Dienstreisen oder im Außendienst oft oder immer erreichbar zu sein. In der Freizeit waren noch 40 Prozent für dienstliche Belange greifbar. Immerhin jeder Siebte gab an, sich dadurch stark oder sehr stark belastet zu fühlen.

Als Grund für Erreichbarkeit nannten die Befragten häufig, dass der Vorgesetzte dies erwarte. "Wenn man diese Menschen allerdings fragt, woher sie das wissen, kommt häufig die Antwort: Ich habe das Gefühl, dass es erwartet wird. Eine ausdrückliche Anweisung liegt nur bei einer Minderheit vor", sagt Studienautorin und IAG-Psychologin Hiltraut Paridon. (dapd)