Kein Lakritz während der Schwangerschaft

DerWesten
Zwar ist die Wirkungsweise von Lakritz auf ein Ungeborenes noch nicht vollständig erforscht, sicherheitshalber sollten Schwangere aber darauf verzichten. Das raten Ärzte.(Bild: Imago)
Zwar ist die Wirkungsweise von Lakritz auf ein Ungeborenes noch nicht vollständig erforscht, sicherheitshalber sollten Schwangere aber darauf verzichten. Das raten Ärzte.(Bild: Imago)

Berlin.  Auf Lakritz sollten werdende Mütter verzichten, denn die schwarze Süßigkeit wirkt sich auf die Entwicklung des Kindes aus. So kann sie die spätere Intelligenz des Kindes beeinträchtigen und Verhaltensprobleme auslösen.

Frauen sollten in der Schwangerschaft besser auf den Verzehr von Lakritz verzichten. Verschiedene Studien hätten einen ungünstigen Einfluss von Bestandteilen aus der Süßholzwurzel auf die embryonale Entwicklung aufgezeigt, erklärte der Berufsverband der Frauenärzte (BVF). „Es wird vermutet, dass sich der Inhaltsstoff Glycyrrhizin aus Lakritze negativ auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes auswirken könnte“, sagte BVF-Vizepräsident Klaus König.

Höherer Pegel von Stresshormonen

Bei Kindern von Frauen, die während der Schwangerschaft Lakritz gegessen hätten, seien dreimal höhere Cortisol-Level gemessen als bei Kindern gleichen Alters, deren Mütter kein Lakritz gegessen hätten, erklärte König unter Berufung auf eine Untersuchung um Katri Räikkönen von der Universität von Helsinki. „Cortisol ist ein Stresshormon und besitzt ein sehr breites Wirkungsspektrum im Organismus. So besteht ein Zusammenhang zwischen Cortisol und der Bewältigung von Stress sowie der Entwicklung von Diabetes und Übergewicht“, berichtete König. „Ein Gramm pro Woche reichte dabei schon aus, um bei dem Nachwuchs höhere Cortisol-Werte zu verursachen.“ Auch wenn die genauen Zusammenhänge noch nicht geklärt seien, sollten Schwangere vorsichtshalber auf größeren Lakritz-Verzehr verzichten.

Schon 100 Gramm pro Woche sind schädlich

Bereits frühere Studien hatten ergeben, dass das Essen größerer Mengen von Lakritz während der Schwangerschaft die spätere Intelligenz des Kindes beeinträchtigen und Verhaltensprobleme begünstigen könnte. Eine 2009 veröffentlichte Untersuchung von Forschern um Räikkönen, eine Psychologin, zeigte, dass Kinder im Alter von acht Jahren sowohl eine geringere Intelligenz als auch häufiger Symptome der Aufmerksamkeitdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) hatten, wenn die Mütter während der Schwangerschaft pro Woche mehr als 100 Gramm Lakritz aßen. (dapd)