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Kein Asthma durch Babyschwimmen

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Foto: imago stock&people

Köln. 

Nachdem das Umweltbundesamt Eltern von allergiegefährdeten Kindern vor dem Babyschwimmen gewarnt hatte, gibt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte jetzt Entwarnung.

Vor Panikmache wegen der angeblichen Allergiegefahr für Kleinkinder durch Chlorwasser in Schwimmbädern warnt jetzt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Er hält eine generelle Warnung vor Schwimmbadbesuchen mit kleinen Kindern für unangebracht.

Das Umweltbundesamt hatte zuvor vom Babyschwimmen mit allergiegefährdeten Kindern unter zwei Jahren abgeraten. Neue Studien belegten einen Zusammenhang zwischen Asthma sowie anderen chronischen Erkrankungen und der Bewegung in gechlortem Wasser. Durch eine Verbindung des Chlors mit Urin oder Schweiß entstünde eine Substanz (Trichloramin), die unter dem Verdacht steht, Asthma hervorzurufen. Diese steigen in die Luft und verursachen unter anderem auch den typischen Hallenbadgeruch.

Das Umweltbundesamt maß in einigen Bädern eine 37 Mal höhere Konzentration an Trichloramin in der Luft als von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlen wird. Daher sollten Familien, in denen vermehrt Allergien auftreten, Hallenbadbesuche vermeiden. Für andere Kinder gälte diese Warnung nicht.

Nach Meinung des BVKJ gibt es keine Anhaltspunkte für eine Zunahme von Atemwegserkrankungen oder Asthma in den letzten 40 Jahren. Vielmehr sei die Bewegung im Wasser gut für die Gesundheit und mache den Kleinen Spaß. Außerdem schützt das frühe Erlernen des Schwimmens Kinder vor dem Ertrinken.

Sowohl der BVKJ als auch das Umweltbundesamt fordern die Bevölkerung dazu auf, vor dem Schwimmen immer gründlich zu duschen. Neben Urin und Schweiß können auch durch Kosmetika und Hautschuppen gesundheitsbeeinträchtigende Flüssigkeiten und Gase in Verbindung mit Chlorwasser entstehen. (mp)