Jedem fünften HIV-Infizierten wird Behandlung verweigert

Viele HIV-Infizierte fühlen sich von Ärzten benachteiligt.
Viele HIV-Infizierte fühlen sich von Ärzten benachteiligt.
Foto: WAZ FotoPool
Laut einer Umfrage der Deutschen Aidshilfe unter 1.500 HIV-positiven Menschen soll jedem Fünftem schon einmal die Behandlung verweigert worden sein. Viele Zahnärzte behandeln Patienten mit dem HI-Virus erst am Ende ihrer Sprechstunde.

München. Viele HIV-Patienten haben bei Ärzten schlechte Erfahrungen gemacht. Jedem Fünften sei schon einmal die Behandlung verweigert worden, berichtet das Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf eine Umfrage der Deutschen Aidshilfe.

Die Aidshilfe hatte rund 1.150 HIV-positive Menschen befragt. Eine Stichprobe bei 20 zufällig ausgewählten Zahnärzten in Deutschland hat die Vorbehalte laut "Focus" bestätigt. 45 Prozent der Zahnärzte behandelten HIV-positive Patienten nur am Ende der Sprechstunde. In einer Leipziger Praxis würden HIV-Patienten gar nicht behandelt, weil das Gerät dafür fehle. Der Bundesärztekammer zufolge seien für die Behandlung von HIV-positiven Patienten aber weder eigene Geräte noch besondere Vorsichtsmaßnahmen nötig, schreibt "Focus".

Das Robert-Koch-Institut schätze das Risiko als "sehr gering" ein. Bislang gibt es laut dem Magazin nur einen Zahnarzt in Deutschland, der sich bei einer Behandlung mit HIV infiziert haben könnte. (dapd)

 
 

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