Höheres Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt durch Kalzium?

Ob Kalziumpräparate das Risiko erhöhen, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden, ist umstritten. Foto: imago
Ob Kalziumpräparate das Risiko erhöhen, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden, ist umstritten. Foto: imago
Kalziumpräparate könnten das Risiko für Schlaganfall oder Herzinfarkt bei Frauen um bis zu 20 Prozent steigern. Das zumindest behauptet der Mediziner Ian Reid nach einer Studie. Andere Ärzte widersprechen.

London. Die Einnahme von Kalzium steigert bei älteren Frauen anscheinend das Risiko für Herzprobleme und Schlaganfall. Darauf deutet eine Auswertung mehrerer Studien hin. Die Mediziner der neuseeländischen Universität Auckland empfehlen, den Einsatz von Kalziumpräparaten generell zu überdenken. Der Stoff soll vor allem Frauen nach den Wechseljahren vor Osteoporose schützen. Er steht allerdings auch in Verdacht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu begünstigen. Zwar hatte eine großen Langzeitstudie mit mehr als 36.000 Teilnehmerinnen diese Vermutung nicht bestätigt. Aber die meisten dieser Frauen hatten schon vor Beginn der Untersuchung regelmäßig Kalzium geschluckt.

Um 20 Prozent erhöhtes Risiko

Der Mediziner Ian Reid wertete nun lediglich die Daten jener knapp 17.000 Teilnehmerinnen aus, die den Stoff vor Beginn der Studie nicht genommen hatten. Nun erhöhte Kalzium das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall um etwa 20 Prozent. Die Auswertung von 13 weiteren Studien bestätigte diesen Trend. Die Forscher vermuten im "British Medical Journal", dass die Gefährdung auf dem plötzlichen Anstieg der Kalziumwerte im Blut beruht. Die begünstige möglicherweise eine Gefäßverkalkung. Daher müsse der Einsatz von Kalziumpräparaten neu bewertet werden.

Dänische Mediziner betonen in einem Kommentar, das erhöhte Herz-Kreislauf-Risiko durch Kalzium sei zwar keineswegs bewiesen. Diese Frage müsse aber durch weitere Studien geklärt werden. (dapd)