Heilige Maria weint am Welt-Aids-Tag über die Kondompolitik der Kirche

Die Marienstatue von "Jugend gegen Aids" steht zur Zeit in einer Hamburger Kunstgalerie - und weint. Zum Welt-Aids-Tag will die Gruppe so gegen das Kondomverbot der katholischen Kirche protestieren.

Foto: Jugend gegen Aids
Die Marienstatue von "Jugend gegen Aids" steht zur Zeit in einer Hamburger Kunstgalerie - und weint. Zum Welt-Aids-Tag will die Gruppe so gegen das Kondomverbot der katholischen Kirche protestieren. Foto: Jugend gegen Aids
Jugend gegen Aids, ein Hamburger Verein von Schülern und Studenten, hat sich zum Welt-Aids-Tag eine kreative Aktion überlegt, die Druck auf die katholische Kirche ausüben soll. Eine Marienstatue weint, für jeden, der mit dem Verein das Kondomverbot der Kirche kritisiert, eine Träne. Am Schluss soll Maria - und der Kirche - das Wasser bis zum Hals stehen.

Hamburg.. Weltweit sind mehr als 33 Millionen Menschen HIV-positiv, etwa 25 Millionen Tote gehen auf das Konto des Immunschwäche-Virus. Jeden Tag kommen tausende Tote dazu. Die Stifung „Jugend gegen Aids“ aus Hamburg hat es sich zum Ziel gemacht, das Thema HIV wieder stärker ins Bewusstsein junger Menschen zu rücken. Zum heutigen Welt-Aids-Tag hat die Stiftung das Projekt „Gott sei Dank, Kondome schützen“ gestartet.

Mit einem Video und einer Facebook-Aktion will die Stiftung Druck auf die katholische Kirche ausüben. Deren ablehnende Haltung gegenüber Kondomen sieht die Stiftung als einen der Gründe für die nach wie vor hohe Verbreitung des Virus an. Eine kreative Aktion soll dafür sorgen, dass der Kirche „das Wasser bis zum Hals steht“.

Für jeden Unterstützer vergießt Maria eine Träne

Für jeden, der die Aktion von Jugend gegen Aids auf Facebook „liked“, also unterstützt, weint eine echte Marienstatue in einer Hamburger Kunstgalerie eine Träne. Gestaltet wurde die Installation von dem deutschen Künstler Stefan Strumbel. „Die Maria weint symbolisch über den Missstand, den der Papst mit seiner Haltung zu Kondomen erzeugt“ begründet der Verein das ungewöhnliche Kunstwerk. Je mehr Unterstützer die Aktion bekommt, desto höher steigt das Wasser in der Glasröhre, in der die Maria steht. Mehr als 5000 Personen haben bisher auf Facebook teilgenommen.

90 Prozent der Mitglieder von Jugend gegen Aids sind Schüler, so auch Fridtjof Vieth, 17. Er erhofft sich von der Aktion möglichst große Medienaufmerksamkeit – und eine Reaktion der katholischen Kirche. „Wir machen uns natürlich die Lawinenwirkung von Facebook zu nutze“ erklärt Vieth. „So wollen wir ein Zeichen setzen, dass die jungen Menschen in Deutschland die Haltung der katholischen Kirche unverantwortlich und veraltet finden“.

Kondomverbot der Kirche beschleunigt die Ausbreitung des Virus kritisiert Jugend gegen Aids

Vieth glaubt, dass das Kondomverbot der Kirche in katholisch geprägten Ländern die Ausbreitung des HI-Virus beschleunigt. Er weiß aber auch, dass der 2009 in Zusammenarbeit mit Ex-Tennisprofi Michael Stich gegründete Verein Jugend gegen Aids wohl nicht auf eine Antwort des Vatikan hoffen darf. Dennoch ist Vieth optimistisch. Momentan steht der Maria das Wasser bis zum Schienbein.

 
 

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