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Forschung

Grapefruitsaft macht Krebsmittel wirksamer

09.08.2012 | 08:45 Uhr
Grapefruitsaft macht Krebsmittel wirksamer
Grapefruitsaft hemmt Enzyme im Darm, die die Krebsmittel normalerweise abbauen. Somit bleibt das Medikament länger im Körper. Das zeigte nun eine Studie US-amerikanischer Forscher.

Philadelphia.  Forscher haben in einer Krebsstudie erstmals die Wechselwirkung von Nahrung mit einem Medikament untersucht. Das Ergebnis: Grapefruit kann Krebsmittel wirksamer machen. Ein Glas täglich erhöht den Gehalt der Medikamente im Blut um bis zu 350 Prozent - so könnte die benötigte Dosis gesenkt werden.

Grapefruitsaft kann einige Krebsmedikamente wirksamer machen. Der Fruchtsaft hemmt Enzyme im Darm, die diese Arzneimittel normalerweise abbauen. Dadurch bleibt das Mittel länger im Körper und die benötigte Dosis wird geringer, um die gleiche Wirkung zu erreichen. Das zeigt eine Studie US-amerikanischer Forscher mit 138 Krebspatienten, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin "Clinical Cancer Research" berichten.

Die Forscher hatten den Effekt von Grapefruitsaft auf das Mittel Sirolimus untersucht. Diese auch als Rapamycin bekannte Substanz wird schon länger zur Dämpfung des Immunsystems bei Transplantationen eingesetzt, wirkt aber nach neuesten Erkenntnissen auch gegen Krebstumore.

Bereits ein knapper Viertelliter Grapefruitsaft habe den Gehalt an Sirolimus im Blut dieser Patienten um bis zu 350 Prozent erhöht, schreiben die Wissenschaftler. Um auf den optimal wirksamen Blutwert des Medikaments zu kommen, benötigten diese Patienten nur 25 bis 35 Milligramm Sirolimus pro Woche statt der sonst nötigen 90 Milligramm.

Wechselwirkung von Nahrung und Medikament

"Dies ist die erste Krebsstudie, die diese Wechselwirkung von Nahrung mit einem Medikament untersucht hat", schreiben Studienleiter Ezra Cohen von der University of Chicago und seine Kollegen. Sie zeige, dass ein ungiftiges, in jedem Supermarkt erhältliches Lebensmittel die Bioverfügbarkeit einiger Arzneimittel deutlich verbessern könne.

Sirolimus ist eine Substanz, die die Vermehrung von Zellen hemmt und daher auch das Wachstum von Tumoren bremsen kann. Bei einigen Krebsarten, darunter dem Kaposi-Sarkom und Leberzellkrebs, habe sich dies in Studien gezeigt, erklären die Forscher.

  1. Seite 1: Grapefruitsaft macht Krebsmittel wirksamer
    Seite 2: Fruchtsaft kann helfen, Dosis von Krebsmitteln zu senken

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Kommentare
09.08.2012
13:12
Grapefruitsaft macht Krebsmittel wirksamer
von prim3 | #1

Hätten die dollen Forscher doch mal Junkies / Fixer gefragt ^^
Die wissen das seit 30 / 40 Jahren

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