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Glückspielsucht zerstört Betroffene und ihre Angehörigen

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Wer süchtig nach Glücksspielen ist, sollte sich schnell professionelle Hilfe suchen. Foto: Olaf Fuhrmann
Mehr als 253.000 Menschen in Deutschland sind von Glücksspielsucht betroffen – und es werden stetig mehr. Schulden und finanzieller Ruin sind nur zwei von vielen Folgen: Viele Betroffene nehmen sich das Leben und auch die Angehörigen leiden stark unter der Sucht.

München. 

Spielsucht ist eine Zwangserkrankung. Sie ist unheilbar. Mehr als 253.000 Personen in Deutschland sind nach Einschätzung des Münchner Instituts für Therapieforschung (IFT) pathologische Glücksspieler – Tendenz steigend. ‚Das sind die aktuellen Daten aus sieben Bevölkerungsumfragen zum Glücksspielverhalten und pathologischem Glücksspielen in der Allgemeinbevölkerung‘, so Barbara Braun vom IFT.

Die Folgen der Spielsucht sind fast immer ein Berg von Schulden und der finanzielle Ruin der Familie. Im schlimmsten Fall kommt es zu Beschaffungskriminalität oder sogar zum Selbstmord der Betroffenen. Unter allen Sucherkrankungen ist die Suizidrate der Spielsüchtigen am höchsten.

Das Spiel beherrscht den Tagesablauf

Das Spiel beherrscht den kompletten Tagesablauf: Freunde, Familie und andere Freizeitgestaltungen werden unwichtig. Die Sucht können die Erkrankten lange verheimlichen. Selbst für die nächsten Freunde und Verwandten ist sie meist jahrelang nicht erkennbar. Oft erfahren die Angehörigen des Spielers erst davon, wenn alles Geld und Gut verspielt wurde.

Der Botenstoff Dopamin spielt eine zentrale Rolle bei der Glücksspielsucht. Gewinnt der Spielsüchtige, wird in seinem Gehirn das Belohnungssystem aktiviert und der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet. Wie beim ‚Pawlow schen Hund‘ reicht allein die Erwartung eines Gewinns, das Klingeln der Automaten oder der Geruch der Spielhalle aus, um ihn willenlos zu machen. Spielsüchtig kann jeder werden, aber auffallend oft sind männliche Personen mit Migrationshintergrund betroffen.

Auch die Angehörigen sind stark betroffen

Eine Studie des Suchtforschers Hans-Jürgen Rumpf von der Universität Lübeck ergab, dass 65 Prozent der besonders Gefährdeten einen Migrationshintergrund haben. 50 Prozent von ihnen litten unter Depressionen. Denn zwanghaftes Spielen tritt häufig als Begleiterkrankung einer psychischen Störung auf. Es kann als begleitendes Symptom manischer Phasen vorkommen. Die meisten Spielsüchtigen sind männlich.

Sie zerstören nicht nur sich selbst, sondern auch das Leben ihrer nächsten Angehörigen. Besonders betroffen sind die Ehefrauen und Kinder. Sie leiden nicht nur unter der ständigen Abwesenheit und den Lügen des Vaters, sondern auch dem Geldmangel durch die Spielschulden. Angehörige können dem Süchtigen nur bedingt helfen. Geht er nicht selbst den Weg in eine Sucht-Beratungsstelle, gibt es kaum mehr Hoffnung auf ein normales Leben. (mp)