Essen

Gesunde Bewegung im richtigen Pulsbereich

Kathrin Feldhofer
Sportmediziner Dr. Joachim Schubert.
Sportmediziner Dr. Joachim Schubert.
Foto: WAZ
Laufen ist eine sehr gesunde Sportart. Was ein Läufer dabei dennoch beachten sollte, welche Kleidung die richtige ist und welche gesundheitlichen Aspekte wichtig sind, erzählt der Bochumer Sportmediziner Dr. Joachim Schubert.

Essen. . Die Sonne scheint, die luftige Kleidung wartet, nur der Winterspeck ist noch da. Viele Menschen ziehen sich deshalb jetzt wieder die Laufschuhe an. Und damit liegen sie genau richtig, denn Laufen ist eine sehr gesunde Sportart, wie der Bochumer Sportmediziner Dr. Joachim Schubert betont.

Das Alter sei dabei überhaupt nicht entscheidend – solange der Bewegungsapparat noch geeignet ist. Menschen über 40 Jahren sollten sich vor dem Trainingsbeginn aber vorsichtshalber per Leistungsdiagnostik untersuchen lassen, rät der Experte. „Ich stelle damit sicher, dass das Laufen für mich einen optimalen gesundheitsfördernden Effekt hat“, so Schubert.

Wichtig ist es, im richtigen Pulsbereich zu laufen. Der hängt von verschiedenen Faktoren wie Alter und Grundpuls ab. Ein sehr guter Richtwert sei aber: „Solange ich mich beim Laufen noch locker unterhalten kann, bin ich wahrscheinlich noch unter dem Leistungsbereich in dem meine Muskulatur übersäuert“, erklärt der Mediziner. Wenn das Reden zum Pressen wird, sei man meist im Bereich dieser Schwelle. Wenn der Kopf rot wird und Kopfdruck auftritt, dann ist diese Schwelle meist überschritten.

Für den richtigen Trainingseffekt sollte man mindestens zwei- bis dreimal pro Woche laufen. Dann sei auch im unteren Bereich schnell eine Verbesserung zu merken, so Schubert. Die letzte größere Mahlzeit sollte vor dem Loslaufen vier bis fünf Stunden zurückliegen, rät der Arzt. Kleine Snacks wie eine Banane oder ein Joghurt sind auch kurz vor dem Training kein Problem.

Nordic Walking als gute Alternative zum Joggen

Ein Läufer sollte auf die richtige Kleidung achten, betont der Sportmediziner. Vernünftige Funktionskleidung hält den Körper trocken und trägt den Schweiß nach außen. Wenn die Temperatur unter zehn Grad sinkt, sollte man eine Kopfbedeckung, ein Stirnband oder eine leichte Mütze tragen, sagt Schubert. „Denn über den Kopf kühlt man besonders aus.“ Von anderen Laufutensilien wie leichten Hanteln mit einem halben Kilo Gewicht, so genannten „heavy hands“, hält der Bochumer Sportmediziner hingegen nichts. Zwar werde der Oberkörper auf diese Weise etwas mittrainiert. Aber: „Wenn ich mit den Hanteln immer hin- und herschwinge, kann das schon mal zu Beschwerden im Bereich der Brustwirbelsäule führen.“

Besser seien da die Nordic-Walking-Stöcke. „Das ist ein ganz hervorragender Sport für alle, die zum Beispiel aufgrund von Gelenkproblemen nicht mehr joggen können“, so Schubert. Das Training für das Herz-Kreislauf-System sei beim Nordic-Walking noch besser als beim reinen Laufen, weil auch der Schultergürtel aktiv ist. „Das ist ein Sport, der völlig zu unrecht belächelt wird“, betont der Experte.

Ob mit oder ohne Stöcke, der richtige Ort und Zeitpunkt sind für den gesundheitsfördernden Effekt sehr entscheidend. „Im Sommer gibt es manchmal eine Ozonwarnung. Dann sollte ich darauf verzichten, laufen zu gehen“, rät Schubert. Außerdem gelte: Wenn es irgendwie geht, sollte man ins Grüne fahren, Abgase und Asphaltstraßen meiden. „Je weiter man weg ist von Straßen und Innenstädten umso besser.“ Dann kann das Laufen sich nicht nur positiv auf das Gewicht auswirken, sondern auch auf die Gesundheit des Läufers.