Fit bleiben trotz körperlicher Einschränkungen

Auch Menschen mit Gehbehinderung können ihren Körper durch einfache Übungen fit halten.
Auch Menschen mit Gehbehinderung können ihren Körper durch einfache Übungen fit halten.
Foto: WAZ FotoPool
Gerade für gehbehinderte Menschen ist es besonders wichtig, den eigenen Körper trotz Einschränkung in Bewegung zu halten. Als schonende Alternative zu gängigen Trainingsmethoden eignen sich laut Experte Thomas Horstman vor allem Übungen mit Handergometer, Crosstrainer oder Elektrorad.

Bad Wiessee. Wer an der Hüfte operiert wurde, Knieprobleme hat oder auch Lähmungserscheinungen an den Beinen, treibt erfahrungsgemäß kaum noch Sport, berichtet Thomas Horstmann, Sportmediziner und Chefarzt an der Medical Park-Klinik St. Hubertus von Bad Wiessee. Dabei sei es gerade für Gehbehinderte besonders wichtig, ihren Körper in Bewegung zu halten, "denn ihr Risiko, übergewichtig zu werden oder Probleme mit Herz, Kreislauf oder Blutzucker zu bekommen, ist besonders groß."

Vom Handergometer profitieren auch die Beine

Trainingsmöglichkeiten gebe es mehr, als viele zunächst annähmen, meint der Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention. Schon einfache Handergometer, wie sie zuweilen sogar in Discountern, auf alle Fälle aber in Sportgeschäften erhältlich sind, leisteten hier große Dienste. So berichtet Horstmann von einer medizinischen Studie an Patienten, die vor einer Hüftoperation standen.

Eine Gruppe trainierte sechs Wochen vor der Operation und auch anschließend mehrmals pro Woche mit der Handkurbel, die andere nicht. "Sowohl nach einem als auch nach zwei Jahren konnten diejenigen, die mit der Kurbel trainiert hatten, auch deutlich besser gehen und waren insgesamt bei körperlichen Aktivitäten überlegen", sagt der Sportmediziner. Sie seien nicht nur motivierter gewesen, etwas für ihren Heilungsprozess zu tun, sondern "sie hatten einfach mit Abstand die bessere Kondition."

Elektromotor unterstützt Beweglichkeit

Menschen mit Knieproblemen könnten wiederum beim Radfahren Freude und Kondition erlangen. Wer sich noch einigermaßen sicher auf den Beinen halten, aber nicht mehr mit voller Kraft in die Pedale treten könne, sei mit einem E-Bike gut bedient: "Da treten Sie, so viel Sie können und möchten. Und wenn's schwierig wird, schalten Sie zur Unterstützung den Motor ein - das ist ein großer Gewinn an Beweglichkeit und Selbstbestimmung." Wer Angst habe, das Gleichgewicht zu verlieren, könne sich auch ein Rad mit einem Vorder- und zwei Hinterrädern besorgen. "Das sind allerdings Sonderanfertigungen, die teurer sind als normale Fahrräder."

Crosstrainer unterstützen Beinarbeit

Wem das Radeln im Freien trotz allem noch zu wackelig erscheint, der kann sich im Fitnessstudio oder auch zu Hause am Heimtrainer erproben. "Es gibt beispielsweise kombinierte Fahrrad- und Armkraftergometer, an denen die Sportler ihre Beinarbeit nach Belieben durch die Arme unterstützen oder auch die Arbeit eines Beines komplett durch die Arme übernehmen können."

Eine weitere schöne Alternative biete das Wasser. "Menschen mit Gelenkproblemen wie beispielsweise Arthrose können im Wasser wunderbar laufen, betont Horstmann, "denn dank Auftrieb wiegt ihr Körper dort nur noch ein Zehntel." Der erhöhte Druck beeinflusse darüber hinaus die Leistung der inneren Organe, vor allem der Atmungsorgane, des Herzens und der Gefäße positiv. Darüber hinaus sei Aquajogging "sehr kommunikativ", da man gut gemeinsam laufen und sich dabei miteinander unterhalten könne. Das funktioniere auch beim Schwimmen. Informationen rund um das Thema Sport und Gesundheit sowie zum "Rezept für Bewegung" bietet der Deutsche Olympische Sportbund unter sportprogesundheit.de. (dapd)

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