Europaweite Warnung vor Schlankmachpillen und Potenzmitteln

Vor dem Gebrauch von Pillen ist Vorsicht geboten. Gerade vor Schlackmachern und Potenzsteigernden Mitteln wird gewarnt.
Vor dem Gebrauch von Pillen ist Vorsicht geboten. Gerade vor Schlackmachern und Potenzsteigernden Mitteln wird gewarnt.
Foto: dapd
Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät zur Vorsicht bei Präparaten, die als Nahrungsergänzungsmittel zur Steigerung der Potenz oder zur Gewichtsreduktion angeboten werden. In vielen Fällen enthalten solche Mittel verschreibungspflichtige arzneiliche Wirkstoffe, die oft nicht deklariert werden.

Berlin. Europaweite Warnung vor zahlreichen Präparaten zur Potenzsteigerung oder Gewichtsreduktion: Dem Europäischen Schnellwarnsystem für Lebensmittel (RASFF) liegen Untersuchungen vor, dass manche Produkte unerlaubte, nicht deklarierte arzneiliche Wirkstoffe enthalten. Im schlimmsten Fall können schwere Nebenwirkungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt ausgelöst werden.

Der Verzehr von den als Nahrungsergänzungsmittel bezeichneten Produkten geht mit einem hohen gesundheitlichen Risiko einher, wenn sie pharmakologisch wirksame Substanzen enthalten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Berlin, warnt daher eindringlich: 'Wir raten zur Vorsicht bei Präparaten, die als Nahrungsergänzungsmittel zur Steigerung der Potenz oder zur Gewichtsreduktion angeboten werden'.

Präparate enthalten arzneiliche Wirkstoffe

Professor Andreas Hensel vom BfR spricht sogar von Täuschung: 'Verbraucher werden in einigen Fällen über die wahre Zusammensetzung der Produkte und ihrer Eigenschaften, einschließlich ihrer Risiken, getäuscht.' Im Internet angebotene Produkte zur Potenzsteigerung sollen nach Angaben der Anbieter häufig ausschließlich rein pflanzliche, natürliche Inhaltsstoffe enthalten.

Bei einer Reihe von Präparaten ergaben Analysen jedoch, dass sie nicht deklarierte, verschreibungspflichtige arzneiliche Wirkstoffe in pharmakologisch wirksamen Konzentrationen enthielten. Deshalb könnten in seltenen Fällen schwere unerwünschte Nebenwirkungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt auftreten, so das BfR.

Auch in als Nahrungsergänzungsmittel bezeichneten Präparaten zur Gewichtsreduktion wurden in der Vergangenheit wiederholt Substanzen nachgewiesen, wie der in Deutschland nicht mehr zugelassene Wirkstoff Sibutramin. Auch diese Produkte werden überwiegend über das Internet vertrieben und häufig als 'natürlich' oder '100Prozent pflanzlich' beworben. Sibutramin kann erhebliche Nebenwirkungen, insbesondere bei übergewichtigen Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, auslösen. (mp)

 
 

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