Eltern mit Angststörungen übertragen oft Ängste auf Kinder

Kinder von Eltern mit Angststörungen haben häufiger seelische Probleme als Kinder mit psychisch gesunden Eltern. Allerdings kann der nicht erkrankte Elternteil dem entgegenwirken, in dem er dem Kind Sicherheit und Zuversicht vermittelt.
Kinder von Eltern mit Angststörungen haben häufiger seelische Probleme als Kinder mit psychisch gesunden Eltern. Allerdings kann der nicht erkrankte Elternteil dem entgegenwirken, in dem er dem Kind Sicherheit und Zuversicht vermittelt.
Foto: Getty
Eltern, die an einer Angststörung leiden, könnten diese im schlimmsten Fall auf ihre Kinder übertragen, warnen Experten. Der jeweils andere Elternteil müsse sich daher besonders um die Kinder kümmern und ihnen Zuversicht vermitteln. Andernfalls könnten sich betroffene Kinder überfordert fühlen.

Berlin.. Leiden Vater oder Mutter an einer Angststörung, ist der jeweils andere Elternteil besonders gefragt: Er solle sich verstärkt um das Kind kümmern und dabei viel Zuversicht ausstrahlen, empfiehlt der Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland (BKJPP).

Auf diese Art und Weise bekomme das Kind auch eine andere Sicht auf scheinbar bedrohliche Dinge oder Situationen. "Älteren Kindern können psychisch kranke Eltern durchaus auch erzählen, dass das eigene ängstliche Verhalten Ausdruck einer Erkrankung ist. Dabei sollten sie den Kindern aber auch Aussichten auf eine baldige Besserung der Krankheit machen", empfiehlt Ingo Spitczok von Brisinski vom BKJPP.

Kinder nicht in die Helfer-Rolle drängen

Keinesfalls dürften Eltern ihre Kinder als Helfer benutzen: "Es darf nicht dazu kommen, dass sich die Rollen umkehren und die Kinder beruhigend und schützend auf die Eltern einwirken müssen. Das überfordert die Kinder in der Regel, weil ihnen adäquate Problemlösungsstrategien noch fehlen", betont der Experte.

Eine Angststörung könne von Eltern an die Kinder übertragen werden, sagt Spitczok von Brisinski. "Nicht jedes Kind angstkranker Eltern entwickelt Probleme, aber es ist bekannt, dass Kinder von Eltern mit Angststörungen häufiger seelische Probleme haben als Kinder, deren Eltern nicht unter Angst leiden."

Angststörungen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens davon betroffen zu sein, beträgt 15 Prozent. (dapd)

 
 

EURE FAVORITEN

Warum sich die Polizei bei Fahndungen nicht direkt an die Öffentlichkeit wendet

Öffentlichkeitsfahndungen: Annika Koenig, Sprecherin der Polizei Essen, erklärt unter welchen Umständen die Polizei sich bei der Suche nach Tatverdächtigen oder Vermissten an die Bürger wendet.
Mi, 19.09.2018, 16.32 Uhr

Warum sich die Polizei bei Fahndungen nicht direkt an die Öffentlichkeit wendet

Beschreibung anzeigen