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EKG vor Zahn-Operation fördert Patientensicherheit

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Foto: imago stock&people
Eine neue EKG-Technik soll etwa vor zahnmedizinischen Eingriffen sicherstellen, dass der Patient nicht unter Herzerkrankungen leidet. Gegebenenfalls muss auf eine OP unter Vollnarkose verzichtet und der Besuch beim Kardiologen vorgezogen werden.

Duisburg. 

Umfangreiche zahnmedizinische Eingriffe erfordern nicht selten eine Vollnarkose. Doch nicht jedem Patient kann ohne vorherige Vorsichtsmaßnahme in einen solchen Tiefschlaf versetzt werden. Zuvor muss der Arzt wissen, ob der Patient unter einer Herzrhythmusstörung oder unter einem Herzklappenfehler leidet oder eine koronare Herzerkrankung vorliegt. Das lässt sich mit einer neuen EKG-Technik sicherstellen, die beispielsweise die Kaiserberg Klinik in Duisburg seit Januar 2011 einsetzt.

‚Wir führen bei unseren OP-Patienten standardmäßig auf freiwilliger Basis – das innovative 12-Kanal EKG durch‘, sagt Dr. Richard J. Meissen, Ärztlicher Direktor der Duisburger Kaiserberg Klinik, der bisher bei 150 Patienten mögliche Risiken einer Vollnarkose aufgrund des EKGs ausschließen konnte. Die spezielle Untersuchung wird bei allen Patienten vor chirurgischen Eingriffen durchgeführt sowohl im zahnmedizinischen als auch im plastisch-ästhetischen Bereich.

Befund via Fax oder E-Mail

Das 12-Kanal EKG wird einige Tage vor dem geplanten OP-Termin durchgeführt. Wie beim herkömmlichen EKG werden dem Patienten Elektroden auf die Haut geklebt, die mit einem Aufzeichnungsgerät verbunden sind. Nach nur fünf Minuten werden die gespeicherten Herztöne über die Telefonleitung ans Institut für angewandte Telemedizin (IFAT) nach Bad Oeynhausen übertragen. Etwa 15 Minuten später übermittelt das Institut den Befund via Fax oder E-Mail an die Kaiserberg Klinik. Der Befund wird zusätzlich an den betreuenden Arzt des Patienten weitergeleitet.

Weist das EKG auf eine mögliche Erkrankung hin, muss selbstverständlich auf eine Operation und damit eine Vollnarkose verzichtet werden. ‚Dann ist eine ärztliche Behandlung beim Kardiologen unabdingbar‘, erklärt Meissen. (mp)