Die richtige Behandlung gegen Pickel, Pusteln und Akne

So bitte nicht: Wer Pickel selbst bearbeitet, riskiert Entzündungen und sogar Narben.
So bitte nicht: Wer Pickel selbst bearbeitet, riskiert Entzündungen und sogar Narben.
Foto: getty
Lästige Pickel hat fast jeder mal. Aber was hilft dagegen? Wer ist besonders gefährdet? Und ab wann sollte man den Hautarzt fragen? Eine Übersicht.

Herten/Gladbeck. Wenn die Haut blüht, freut sich keiner. Nach Mitteln gegen unattraktive Pickel oder Pusteln im Gesicht oder auf dem Dekolleté wird dann fieberhaft gesucht – denn die sprießen bekanntlich immer zum falschen Moment. Warum Ausdrücken nicht die richtige Lösung ist und was sich gegen welche Art von Pickeln tun lässt, das erklären Dr. Thomas Krömer, Dermatologe aus Herten, sowie seine Kollegin Shirin Samimi-Fard vom Derma Loft in Gladbeck.

Was tun, wenn sich ein Pickel entwickelt?

„Niemals ausdrücken“, warnt Hautarzt Krömer. „Das führt zu unschönen Narben und birgt die Gefahr von Infektionen.“ Er rät zu einer Hautreinigung mit Waschsuspensionen oder antiseptischen Syndets, die für unreine Haut und Akne geeignet sind und zum Beispiel den Zusatz Benzoylperoxid enthalten.

Wann wird aus einem Pickel Akne?

Wenn die Pickel, auch Papulopusteln genannt, oder Mitesser (Komedonen) sich vermehren und trotz sorgfältiger Hautreinigung nicht verschwinden, handelt es sich laut Thomas Krömer um eine Akne-Erkrankung: „Diese sollte von einem Hautarzt behandelt werden, damit es nicht zu tiefen schmerzhaften entzündlichen Akneknoten und Vernarbungen kommt.“

Gibt es unterschiedliche Formen dieser Hauterkrankung?

Akne ist sehr vielschichtig. Krömer sagt: „Sie zeichnet sich durch Mitesser, entzündliche Knötchen und Pusteln, tiefe schmerzhafte entzündete Knoten und Abszesse bis hin zu unschönen Narben aus.“ Sein Kollege, der Kölner Dr. Hans G. Dauer vom Berufsverband der Dermatologen, beschreibt den Entstehungsprozess so: „Hormone regen die Talgdrüsen zu einer verstärkten Produktion an. Es kommt zu einer Ansammlung von Hornzellen am Talgdrüsenausgang und Mitesser entstehen. Diese Verhornungsstörung und der Talg bilden die Basis für die Akne.“

Die so genannte „Mallorca-Akne“ tritt meist im Sommer auf. „Sie ist die häufigste lichtbedingte Hauterkrankung in Mitteleuropa. Dabei entstehen keine Mitesser, sondern es zeigen sich Hautfleckchen und Knötchen, die stark jucken und einen schmalen rötlichen Randsaum aufweisen,“ erklärt Shirin Samimi-Fard, Ärztin aus Gladbeck. In schweren Fällen kann die Haut Bläschen bilden. Die Symptome zeigen sich auf Hals, Dekolleté, Schultern, aber auch im Gesicht und auf der Brust. Am häufigsten seien Frauen zwischen 20 und 40 Jahren betroffen.

Und was hilft wirklich?

Eine Akne-Erkrankung sollte grundsätzlich durch einen Hautarzt behandelt werden. „Neben schälenden und entzündungshemmenden Cremes oder Gel werden bei schweren Akneformen auch kurzfristig Antibiotika eingesetzt. In hartnäckigen Fällen ist eine Behandlung mit Vitamin-A-Säure innerlich notwendig“, sagt Hautarzt Krömer. Ergänzend können Peeling-Behandlungen das Hautbild bessern. „Eine Akne-Behandlung durch eine geschulte Kosmetikerin mit professioneller Ausreinigung und manueller Behandlung unterstützt die Behandlung“, fügt der Experte hinzu. Eine regelmäßige Therapie könne Komplikationen wie Hautinfektionen oder Abszesse sowie Spätfolgen wie störende oder entstellende Narben verhindern.

Klingt Mallorca-Akne nicht von selbst wieder ab?

„In der Regel ja, aber der erste und wirksamste Schritt ist das Vermeiden erneuter Sonnenbestrahlung“, sagt Shirin Samimi-Fard. „Man kann immer nur wiederholen, dass eine direkte Sonneneinstrahlung nur sehr wohldosiert zu empfehlen ist. Je heller die Haut und je lichtempfindlicher der Hauttyp, desto mehr gilt diese Regel.“

Weiterhin empfiehlt die Ärztin: Man solle sich stets mit fettfreien Sonnenschutzmitteln und After-Sun-Produkten schützen und nach Möglichkeit während der Sommermonate auf parfümierte Kosmetika und Parfüms verzichten. Wer Medikamente nimmt, sollte die Gebrauchsinformationen genau lesen und im Zweifel seinen Arzt fragen.

Wie sieht eine gute Pflege unreiner Haut aus?

Neben einer guten Ausreinigung der Haut rät Hautarzt Krömer zu einer Tagespflege mit Cremes oder Emulsionen für unreine Haut. Eine beruhigende Kräuter- oder auch Porzellanerde-Maske, einmal wöchentlich aufgetragen, könne hilfreich sein. „Eine spezielle Akne-Diät wird heute nicht empfohlen, allerdings können beispielsweise große Mengen Schokolade eine Akne verschlimmern“, sagt der Mediziner. Nach seinen Worten tragen eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Schlaf und Entspannung, Sport und Bewegung, vollwertige Ernährung sowie der Abbau von Stress zu einem guten Hautbild bei.

Wer trägt ein besonderes „Pickel-Risiko“?

Akne ist eine Volkskrankheit. Thomas Krömer: „Schätzungsweise 90 Prozent aller Jugendlichen und jungen Erwachsenen bekommen eine mehr oder weniger ausgeprägte Akne. Zunehmend sind auch Erwachsene betroffen.“ Insbesondere Menschen mit unreiner Haut, mit zahlreichen Mitessern oder Hormonstörungen neigen laut dem Experten zu Akne. Auch unangepasste Hautpflege, Medikamente, Anabolika, unausgewogene Ernährung oder Stressfaktoren können eine Akne begünstigen.

Hier bekommen Betroffene weitere Hilfe

Viele weitere Informationen zum Thema Hautpflege und Akne finden sich auf der Homepage des Berufsverbandes der Dermatologen

 
 

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