Deutsche trinken laut WHO deutlich zu viel Alkohol

In Deutschland wird deutlich mehr Alkohol getrunken als im europäischen Durchschnitt.
In Deutschland wird deutlich mehr Alkohol getrunken als im europäischen Durchschnitt.
Foto: Frank Rumpenhorst / dpa
Obwohl die Menschen in Europa immer gesünder leben, können sie nicht von Lastern lassen. Der Alkoholkonsum ist in Deutschland zu hoch.

London.  Die Menschen in Europa leben gesünder und werden dadurch auch immer älter. Trotzdem können viele nicht von ihren schlechten Angewohnheiten lassen. Alkohol, Tabak und Übergewicht seien in vielen Staaten ein Problem, so der neueste Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Europäische Region. Insgesamt 53 Länder, vor allem in Europa, aber auch im Kaukasus und Zentralasien zählen dazu.

Durchschnittlich 8,6 Liter reinen Alkohol pro Jahr trinken Personen über 15 Jahren in dieser Region. In Deutschland seien es hingegen 11 Liter. „In Deutschland liegt der Alkoholkonsum sehr hoch“, sagte die WHO-Expertin Claudia Stein der Deutschen Presse-Agentur. Spitzenreiter Litauen komme sogar auf 15,2 Liter. In Russland habe der Alkoholkonsum dagegen abgenommen (10,1 Liter) – parallel dazu sei die Zahl der Verkehrsunfälle zurückgegangen.

Deutschland liegt bei Lebenserwartung im obersten Viertel

Bei der Lebenserwartung liegen die Schweiz und Luxemburg vorn. Mädchen und Jungen, die in diesen Ländern geboren werden, werden rund 83 Jahre alt. In Deutschland liege die Erwartung demnach bei 81 Jahre. „Damit liegt Deutschland im obersten Viertel der Statistiken. Das liegt unter anderem am guten Zugang zum Gesundheitssystem“, so Stein.

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Auch die Impfrate hätte sich in Deutschland deutlich verbessert. „Sie liegen bei Masern inzwischen bei 97 Prozent“, sagte die WHO-Abteilungsleiterin für Information, Evidenz, Forschung und Innovation. Schlusslicht sei die vom Krieg gebeutelte Ukraine mit 42 Prozent. Stein: „Masern sind eine potenziell tödliche Krankheit.

Europäer werden immer dicker

Auch Übergewicht ist in der Europäischen Region ein Problem: Mehr als die Hälfte der Bevölkerung bringt zu viele Kilos auf die Waage – Tendenz steigend. In den meisten Ländern seien laut der am Mittwoch in London veröffentlichten Studie mehr Männer als Frauen übergewichtig. Trotzdem würden mehr Frauen als Männer an Adipositas, also extremen Übergewicht, leiden. In Deutschland sorgen sich Experten um die Zunahme der Adipositas bei Kindern.

WHO zieht trotzdem positives Fazit

Insgesamt zieht die WHO aber ein positives Fazit: In der Europäischen Region sei die Lebenswartung demnach binnen fünf Jahren um ein Jahr gestiegen. Vor allem die verfrühten Todesfälle durch die wichtigsten nichtübertragbaren Krankheiten – Krebs, Herzleiden, Diabetes und chronische Atemwegserkrankungen – gingen deutlich zurück; zuletzt um zwei Prozent pro Jahr.

Der Report zur Europäischen WHO-Region, zu der auch Länder wie Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan gehören, wird alle drei Jahre veröffentlicht. In dem Gebiet leben fast 900 Millionen Menschen.

Kürzlich im Fachjournal „The Lancet“ vorgestellten Daten zufolge trinken Männer in den meisten Ländern deutlich stärker als Frauen. In der Folge ist demnach ein höherer Prozentsatz der Todesfälle bei Männern als bei Frauen auf Alkoholkonsum zurückzuführen. (dpa/sige)

 
 

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