Deutsche Nierenstiftung wirbt am Weltnierentag für Organspenden

Ein Organspendeausweis kann Leben retten
Ein Organspendeausweis kann Leben retten
Foto: ddp
Vor allem Vorurteile und Mythen über Organspenden sollen beim Weltnierentag am Donnerstag widerlegt werden. Derzeit warten tausende Patienten in Deutschland auf eine Spenderniere. Für viele Menschen ist die Beschäftigung mit diesem Thema aber ein Tabu.

Berlin. Zum Weltnierentag am Donnerstag (8. März) soll die Bereitschaft zur Organspende durch eine Informationskampagne erhöht werden. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) und die Deutsche Nierenstiftung wollen unter dem Motto "Sag ja zum Leben" aufklären und Vorurteile abbauen, wie die DGfN mitteilte.

Derzeit hoffen 8.000 Patienten in Deutschland auf eine Spenderniere. Die Betroffenen müssten im Schnitt sechs bis sieben Jahre auf eine Transplantation warten, so DGfN-Sprecher Jan Galle. Für viele Menschen sei die Beschäftigung mit diesem Thema ein Tabu. Die geplante Neuregelung der Organspende in Deutschland sei daher "ein Schritt in die richtige Richtung", sagte Galle. Künftig sollen alle Bürger über 16 Jahren regelmäßig zu ihrer Organspende-Bereitschaft befragt werden.

Oranspender nicht früher für tot erklärt

INFO Da eine Antwort auf das Anschreiben aber freiwillig sei, müsse dafür gesorgt werden, die Bürger umfassend aufzuklären und Mythen über mögliche Gefahren zu entkräften. So würden Patienten, die sich zu einer Organspende bereit erklärt haben, deswegen keineswegs früher für tot erklärt, betonte Galle.

Wer sich schon zu Lebzeiten erkläre, erspare auch seinen Angehörigen die schwierige Aufgabe, für den Verstorbenen zu entscheiden. Für eine Lebendnierenspende kämen nicht nur Verwandten und Lebensgefährten, sondern auch "emotional nahestehende Personen" wie enge Freunde in Betracht, erklärte Galle.

Leben mit einer Niere

In diesen Fällen müsse eine Ethikkommission über die Nierenspende entscheiden, um finanzielle Interessen auszuschließen. Für den Spender ist das Leben mit einer Niere dem Experten zufolge unbedenklich.

Vor der Organentnahme würden sie zudem gründlich untersucht. Abstoßungsreaktionen im Körper des Empfängers seien durch Medikamente inzwischen sehr gut beherrschbar. (dapd)

 
 

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