Depressionen bleiben bei Arbeitslosen oft unerkannt

Wer vermutet, eventuell an einer Depression zu leiden, sollte laut der Stiftung Deutsche Depressionshilfe sofort einen Arzt aufsuchen.
Wer vermutet, eventuell an einer Depression zu leiden, sollte laut der Stiftung Deutsche Depressionshilfe sofort einen Arzt aufsuchen.
Foto: Patrick Pleul
Eine Depression bleibt bei Arbeitslosen in Deutschland häufig unerkannt. Denn die Symptome der psychischen Erkrankung werden oft nicht richtig gedeutet. Anlässlich des europäischen Depressionstags am 1. Oktober erklärt die Stiftung Deutsche Depressionshilfe wie sie Depressionen erkennen.

Berlin. Bei Arbeitslosen besteht eine erhöhte Gefahr, dass eine mögliche Depression unerkannt bleibt. Denn Symptome wie negative Stimmung und pessimistische Zukunftsaussichten werden vom Betroffenen selbst wie von Ärzten häufig auf den Zustand der Arbeitslosigkeit geschoben. Darauf weist Christine Rummel-Kluge von der Stiftung Deutsche Depressionshilfe hin.

Besonderes Problem ist das mangelnde Selbstwertgefühl

Eine Depression können die Betroffenen zum Beispiel daran erkennen, dass sie sich in allen Lebensbereichen auswirkt: Keine Lust auf ein Treffen mit Freunden, auf Hobbys, auf Sport, Antriebs- und Konzentrationslosigkeit - all das weist auf die Erkrankung hin.

Ein besonderes Problem von arbeitslosen Menschen mit einer Depression ist, dass sie sich in Vorstellungsgesprächen häufig nicht mehr positiv präsentieren können, weil ihr Selbstwertgefühl durch die Krankheit gesunken ist. So wird es schwierig, beim Personalchef einen guten Eindruck zu hinterlassen. Ein Teufelskreis, sagt Rummel-Kluge. Umso wichtiger sei, die Depression zu erkennen und zu behandeln. Wer nur den Hauch einer Ahnung habe, eventuell an einer Depression zu leiden, sollte das vom Arzt abklären lassen, so Rummel-Kluge.(dpa)