Damit Narben später nicht auffallen

Fußballer Franck Ribéry (Bayern München) zog sich bei einem Autounfall schwere Schnittverletzungen zu. Die Narben zeichnen das Gesicht des französischen Nationalspielers.
Fußballer Franck Ribéry (Bayern München) zog sich bei einem Autounfall schwere Schnittverletzungen zu. Die Narben zeichnen das Gesicht des französischen Nationalspielers.
Foto: Bongarts/Getty Images
Narben machen Menschen zwar interessant, doch den Betroffenen wäre in den meisten Fällen eine glatte Haut lieber. Ganz verschwinden können die Male, die an Verletzungen oder Operationen erinnern, leider nicht, aber man kann viel dafür tun, dass sie kaum auffallen.

Düsseldorf. Glatt wie bei einem Baby bleibt die Haut im Laufe des Lebens leider nicht – Stürze, Verletzungen oder Operationen können ungewollte Spuren hinterlassen: Narben, die oft noch nach Jahren sichtbar sind. Man kann allerdings dafür sorgen, dass diese kaum auffallen. Fragen und Antworten.

Können Narben ganz verschwinden?

„Leider nicht. Aber mehr als ein feiner, heller Strich auf der Haut sollte im Idealfall nicht zurückbleiben“, sagt der Düsseldorfer Hautarzt Dr. Winfried Wischer. Voraussetzung dafür ist die geplante Operation nach dermato-ästhetischen Gesichtspunkten. Das bedeutet: Der Chirurg achtet auf spannungsfreie Hautlinien und die ästhetischen Einheiten der zu operierenden Region, etwa im Wangen- oder Stirnbereich.

Große Wunden, große Narben?

Bei breiten oder gezackten Wunden, die etwa durch Stürze verursacht werden, kommt es darauf an, wie diese kurzfristig versorgt werden. Davon hängt das spätere Aussehen der Narben ab. Mit einer tiefen Fleischwunde lässt man sich am besten schnell zu einem Unfallarzt in die nächste Klinik oder zu einem niedergelassenen Chirurgen bringen, damit die Wunde professionell gesäubert und möglicherweise genäht wird. Dabei ist Eile geboten. „24 Stunden nach dem Ereignis ist das nicht mehr zu machen“, sagt Wischer. „Dann bleibt eventuell eine auffällige Narbe zurück.“

Wie sollte die Heilung verlaufen?

Zehn Tage bis zwei Wochen muss die Verletzung nach der Versorgung geschützt werden, damit die Heilung gut verläuft. „Man sollte die Wunde mit einem Pflaster abdecken, um sie vor Nässe und Schmutz zu schützen. So gelangen auch keine Bakterien hinein“, erklärt der Mediziner. Ist ein Körperteil verletzt, das oft bewegt wird – etwa das Knie – können zusätzliche Fixier-Streifen verwendet werden.

Wann soll die Narbenpflege starten?

Sobald der erste Wundheilungsprozess vorüber und die Kruste abgefallen ist, beginnt man idealerweise mit der Narbenpflege. Dafür sollten vitaminhaltige, weichmachende Cremes benutzt werden, die etwa Panthenol enthalten. Diese wirken, laut Wischer, besser als Hausmittel wie etwa Olivenöl.

Was steckt dahinter, wenn Narben dick und rot werden?

Sobald sich Narben verändern, also etwa dick und rot werden, sollte man unbedingt zum Arzt gehen. Die Veränderungen können dadurch verursacht sein, dass sich die Narben entzündet haben oder das Narbengewebe unkontrolliert wuchert. „Der Körper versucht, den Defekt zu kitten. Dabei kann es passieren, dass er über das Ziel hinausschießt, zu viel ,Kitt‘ produziert – vor allem, wenn die Wunde an der Brust oder an den Schultern ist“, sagt Wischer. „Es gibt auch Menschen, die aufgrund einer genetischen Veranlagung zu solchen Wucherungen neigen.“ Tipp: Bei verdickten Narben kann man Silikongel oder –pflaster nehmen. In solchen Fällen kann auch eine vorsichtige Massage des Gewebes durch einen Physiotherapeuten helfen.

Sollen auffällige Narbenoperiert werden?

„Dies muss im Einzelfall von einem versierten Operateur beurteilt werden. Ziel ist ein spannungsfreier Wundverschluss“, betont der Hautarzt Dr. Walter Trettel, Leiter der Hamburger Kosmed-Klinik, der sich auf Narbenbehandlung spezialisiert hat. Auch sein Düsseldorfer Kollege Wischer meint, dass eine operative Korrektur, etwa bei verdickten Narben, nicht unbedingt angebracht ist.

Müssen Narben vor Licht geschützt werden?

Besonders Narben im Gesicht oder an anderen Stellen, die der Sonne ausgesetzt sind, sollte man vor UV-Licht schützen. Sonst werden diese Stellen auffällig braun. „Das Gesicht ist quasi die Sonnenterrasse des Körpers. Deshalb muss hier verhindert werden, dass sich an der Narbe verstärkt Pigmente durch UV-Strahlen bilden“, sagt Winfried Wischer. Sein Tipp: Zwei bis drei Monate lang zusätzlich zur Pflege eine Lotion oder Creme mit Lichtschutz, mindestens Faktor 20, verwenden. Aus dem gleichen Grund empfiehlt es sich auch, gutartige Muttermale erst nach einem Urlaub in südlichen Gefilden operativ entfernen zu lassen. Auf diese Weise entstehen keine unschönen Hautflecken.

Sollte man Narben mit dem Laser behandeln lassen?

Werden Narben durch Neubildung von Äderchen zusätzlich unschöner und gerötet, können nicht nur spezielle Salben helfen, sondern auch eine Laserbehandlung.

Eine Möglichkeit ist die sogenannte fraktionale Lasertherapie (Fraxel-Laser). Damit macht Hautarzt Trettel seit einigen Jahren gute Erfahrungen: „Es werden nur punktuell mikroskopisch feine Löcher in die Haut geschossen, was die Produktion von Kollagen anregt und so das Narbengewebe umstrukturiert. Die umliegenden Bereiche, die nicht behandelt werden, bleiben unirritiert, unberührt und intakt.“

Mit einem solchen Eingriff sind Mediziner jedoch zunächst zurückhaltend und beobachten die Narbe bis zu zwei Jahre lang. Denn in dieser Zeit kann es noch zu Veränderungen kommen. Und: Auch mit dem Laser lassen sich keine Narben beseitigen. Allerdings können verdickte Narben abgeflacht werden. Ebenso ist es möglich, den Rand schüsselförmiger Aknenarben leicht abzutragen.

 
 

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