Beim Frühjahrsputz sollte man auf "Chemiekeulen" verzichten

Anika Lautz
Den
Durchblick behalten: Auch wenn der Markt für Reinigungsmittel riesig ist – einfache Produkte sind effektiv genug.
Den Durchblick behalten: Auch wenn der Markt für Reinigungsmittel riesig ist – einfache Produkte sind effektiv genug.
Foto: Henkel
Im Frühling steht in vielen Haushalten der Frühjahrsputz an - und das Angebot an Spezialreinigern ist groß. Doch statt auf die Chemiekeulen, sollte man lieber auf bewährte Reiniger setzen. Denn die Spezialreiniger sind nicht nur teuer, sondern können auch gefährlich für die Gesundheit sein.

Essen. Mit dem frühlingshaften Wetter steht in vielen Haushalten auch der Frühjahrsputz an. Denn was die kalte Jahreszeit über geflissentlich ignoriert wurde, macht die Sonne jetzt sichtbar. Doch bevor sich Putzwütige mit Schwämmen, Reinigungsmitteln und Handschuhen bewaffnet an die Arbeit machen, sollten sie schon aus gesundheitlichen Gründen einige Regeln beachten.

Rund 1.300.000 Tonnen Putz- und Waschmittel kaufen Verbraucher hierzulande jährlich. Antibakterielle Wischzusätze, Backofenreiniger oder spezielle Fleckenmittel – das Angebot an Spezialmitteln, die wahre Wunder im Hinblick auf Sauberkeit, Glanz und Hygiene versprechen, ist riesig.

Spezialmittel fördern Allergien

Doch auch wenn die Werbung anderes behauptet, die meisten Spezialmittel sind unnötig. Und nicht nur das – so manches Produkt ist dem Bundesverband Verbraucher Initiative e.V. zufolge sogar gefährlich für die Gesundheit. Und auch die Verbraucherzentrale NRW weist darauf hin, dass die Inhaltsstoffe vieler Saubermacher mit vermeintlichem Keimfrei-Faktor problematisch für die Haut sind und Allergien fördern.

Außerdem bekämpfen sie nicht nur krankmachende, sondern auch gesundheitlich unbedenkliche Keime. Letztere brauchen wir jedoch, um unsere Abwehrkräfte zu stärken. Stark desinfizierende Mittel gehören deshalb in Krankenhäuser und nur in Ausnahmefällen in private Haushalte – etwa wenn ein Familienmitglied ansteckend erkrankt ist.

Allzweckreiniger, Essig und Scheuermilch reichen aus

Statt der chemischen Keule sollten Saubermänner und -frauen lieber auf simple, altbewährte Reinigungsmittel zurückgreifen. Die sorgen schon über die enthaltenden Tenside für ausreichende Hygiene. So vertreibt beispielsweise ein Allzweck- oder Neutralreiniger den Schmutz von Fußböden und den meisten Oberflächen. Und auch verschmutzte Fenster werden mit einem Neutralreiniger und dem Fensterleder wieder streifenfrei sauber.

Zitronensäure hilft, Kalkablagerungen und Harnstein zu beseitigen. Im Gegensatz zu Essig entwickelt sie keine schädlichen Dämpfe und ist weniger aggressiv. Und Scheuerpulver oder Scheuermilch entfernt ganz einfach hartnäckige oder verkrustete Verschmutzungen. Wer gerne selber mixt, kann den Kampf gegen Fett, Schmutz, Bakterien und Gerüche beispielsweise mit einem Liter Wasser, drei Spritzern Spülmittel und einer Kappe Zitronensäure aufnehmen. Das ist kostengünstig und schont die Umwelt.

Übrigens: Eine geringe Luftfeuchtigkeit in Küche, Bad und WC hemmt ebenfalls das Wachstum von Bakterien und Pilzen. Wer mindestens zweimal täglich für mehrere Minuten lüftet, kann für eine ideale Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent sorgen.