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Auch junge Frauen können von Gebärmutterkrebs betroffen sein

Auch junge Frauen können von Gebärmutterkrebs betroffen sein

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Reportage Gebärmutterkrebs und Vorsorge Foto: Heiko Kempken
Noch immer nehmen zu wenige Frauen an den Vorsorge-Untersuchungen zur Erkennung von Gebärmutterhalskrebs teil. In Ländern mit hoher Vorsorgequote gibt es weniger Neuerkrankungen. Deshalb empfiehlt das Robert-Koch-Institut als effektiven Schutz eine Impfung.

München/Hannover. 

Rund 1 700 Frauen sterben in Deutschland jährlich an Gebärmutterhalskrebs. Er wird durch Humane Papillomviren (HPV) ausgelöst. Circa 6 200 erkranken jedes Jahr neu. Jede Fünfte davon ist eine junge Frau zwischen 15 und 39 Jahren. Der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) in München weist jetzt darauf hin, dass es gute Vorsorgechancen gibt. Allerdings würden diese zu selten genutzt. Zu wenige Frauen nehmen an der regelmäßigen Krebsfrüherkennungs-Untersuchung teil. Außerdem würde zu selten die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) wahrgenommen. ‚Über ein Drittel aller Frauen nimmt nicht regelmäßig an der jährlichen Krebsfrüherkennung teil. Untersuchungen haben gezeigt, dass mehr als 60 Prozent der erkrankten Frauen in den letzten drei bis fünf Jahren vor der Gebärmutterhalserkrankung nicht bei der gynäkologischen Krebsfrüherkennungs-Untersuchung waren‘, warnt der Frauenarzt Dr. Christian Albring aus Hannover.

Für junge Mädchen wird die HPV-Impfung empfohlen

Für ganz junge Mädchen empfiehlt die ständige Impfkommission (STIKO) als effektiven Schutz eine HPV-Impfung. Die Impfung schützt vor einer andauernden Infektion mit den Krebs auslösenden HPV-Typen 16 und 18. Diese beiden Virus-Typen sind für die meisten Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Doch in Deutschland wird die Impfung viel zu wenig wahrgenommen. ‚Wenn wir uns die Impfpässe der zwölfjährigen Mädchen anschauen, sehen wir, dass die Impfquoten in dieser Altersgruppe nur im einstelligen Bereich liegen. Dabei sollte die HPV-Impfung am besten frühzeitig – also vor dem ersten Geschlechtsverkehr – erfolgen, da dann der Impfschutz am größten ist,‘ rät Albring. In Ländern mit hohen Impfquoten, wie Australien oder England, sei die Zahl der Neuerkrankungen am Gebärmutterhals teils um über 70 Prozent zurückgegangen, so Albring. (sid)