Antidepressiva und Schmerzbewältigung helfen bei Gesichtsschmerzen

Bei anhaltendem idiopathischem Gesichtsschmerz hilft eine Kombination aus Antidepressiva und Schmerztherapie. Foto: imago
Bei anhaltendem idiopathischem Gesichtsschmerz hilft eine Kombination aus Antidepressiva und Schmerztherapie. Foto: imago

Berlin. Der idiopathische Gesichtsschmerz lässt sich am besten mit einer Kombination von Antidepressiva und einem Training zur Stress- und Schmerzbewältigung behandeln. "Ziel der Therapie ist es, bestehende Schmerzen zu lindern und besser mit ihnen umgehen zu lernen", erklärt Stefanie Förderreuther von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Berlin.

Empfehlenswerte nicht-medikamentöse Maßnahmen seien Autogenes Training und die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Bei dem anhaltenden idiopathischen Gesichtsschmerz handelt es sich um einen Schmerz, der nicht auf eine fassbare Nervenschädigung oder andere Erkrankungen zurückzuführen ist. Typische Beschwerden sind zunächst unregelmäßige und im weiteren Verlauf der Erkrankung täglich auftretende, tief sitzende Schmerzen in einer Gesichtshälfte im Bereich des Auges, der Nase, der Wange, der Schläfe oder des Kiefers.

Keine erkennbaren Ursachen

Das Leiden tritt ohne erkennbare Ursachen auf. Häufige Begleiterscheinungen sind psychische und psychosomatische Störungen, die auch als mögliche Auslöser diskutiert werden. Auch treten bei einem Großteil der Betroffenen parallel chronische Rücken- und Nackenschmerzen auf. Die Erkrankung betrifft zu 90 Prozent Frauen zwischen 30 und 60 Jahren. In der Regel nimmt er einen hartnäckigen Verlauf. Etwa 50 Prozent der Betroffenen haben jedoch aufgrund der Behandlungsmaßnahmen oder auch spontan immer wieder beschwerdefreie Phasen, die über Wochen bis Monate anhalten können. (http://www.neurologen-im-netz.de) (dapd)