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Allergisch gegen den eigenen Hund

Ein Leben ohne Hund oder Katze ist für viele Menschen nicht vorstellbar. Doch manchmal wird das Kuscheln und Toben mit dem vierbeinigen Freund auch nach vielen gemeinsamen Jahren plötzlich zum Problem, sagt Professor Ludger Klimek vom Allergiezentrum in Wiesbaden.

Wiesbaden (dapd). Ein Leben ohne Hund oder Katze ist für viele Menschen nicht vorstellbar. Doch manchmal wird das Kuscheln und Toben mit dem vierbeinigen Freund auch nach vielen gemeinsamen Jahren plötzlich zum Problem, sagt Professor Ludger Klimek vom Allergiezentrum in Wiesbaden: „Ich habe schon Fälle erlebt, da hat sich eine Tierhaarallergie erst beim dritten Haustier entwickelt, davor gab es keinerlei Beschwerden.“

Für Betroffene ist es eine große Belastung, wenn in der Nähe von Hund und Katze plötzlich die Nase läuft, die Augen brennen oder Hals und Haut jucken. Immerhin befindet sich ein Haustier ständig in der Nähe, die Allergene werden zum Dauerbegleiter. Bei jeder anderen Form von Allergie raten Experten dazu, am besten die Allergenquelle zu meiden. Bei einem Haustier ist das natürlich kaum möglich. Außer man gibt es in fremde Hände. Dieser Weg ist für Tierfreunde nicht nur schrecklich, die Trennung vom geliebten Haustier macht sich bei vielen Betroffenen auch kaum positiv bemerkbar: „In Studien wurden auch Jahre nach Abschaffung einer Katze noch große Allergenmengen in den Wohnräumen gefunden“, erklärt der Allergieexperte. Der Grund: Tierhaare stecken in Teppichen, Sofaritzen und Kleiderschränken. Herrchen oder Frauchen leiden also weiter, im Zweifel auch ohne Hund. „Zudem bleibt die Allergie ja auch in anderen Situationen bestehen, zum Beispiel im Kontakt mit Freunden, die auch Katzen oder Hunde haben.“

Das Immunsystem gewöhnen

„Bei Tierhaarallergien, besonders bei Katzen, Hunden oder Pferden haben wir sehr gute Erfahrungen mit der Hypo- oder Desensibilisierung gemacht“, sagt Klimek. Bei dieser Immuntherapie erhalten die Patienten regelmäßig per Injektion winzige Mengen der Allergene verabreicht, um den Körper an diese zu gewöhnen und die allergischen Reaktionen dauerhaft zu lindern. Wer unter allergischen Symptomen leidet, sollte sich in jedem Fall ärztlich beraten lassen, denn unbehandelt droht der sogenannte „Etagenwechsel“: „Die Symptome verschlimmern sich und wandern von den oberen Atemwegen auf die Bronchien und führen dort zu Asthma oder Atemnot.“

dapd

2013-02-19 07:24:29.0