Ängste können zu Zwangsstörung führen

Normal oder krank? Wer sich zwanghaft Hände wäscht, dem
raten Experten, einen Arzt aufzusuchen.
Normal oder krank? Wer sich zwanghaft Hände wäscht, dem raten Experten, einen Arzt aufzusuchen.
Foto: pixelio
Ist die Kerze aus, die Balkontür geschlossen, das Bügeleisen vom Netz getrennt? Diese Fragen stellen sich viele - oft auch, wenn sie das Haus längst verlassen haben. Das kann sich zur Zwangserkrankung auswachsen. Wie etwa der Waschzwang.

Essen. Habe ich das Bügeleisen tatsächlich ausgestellt? So eine Frage stellen sich viele Menschen – auch wenn sie eigentlich genau wissen, dass das Bügeleisen aus ist. Zunächst ist das nicht weiter schlimm. Solche oder ähnliche Ängste können sich aber durchaus zu einer Zwangserkrankung auswachsen, wie der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BDVN) berichtet.

Bei einer Zwangsstörung fürchten Betroffene beispielsweise, dass sie sich beim Händeschütteln sofort einen Virus einfangen – und waschen sich alle fünf Minuten die Finger. In solchen Fällen empfiehlt der BDVN Betroffenen, sich rasch ärztliche Hilfe zu holen. Denn nur wer frühzeitig eine Therapie beginnt, kann die zahlreichen Folgen des Kontrollzwangs wie ständiges Zittern, Schwitzen und Herzklopfen verhindern.

Eine der häufigsten psychischen Erkrankungen

Die Ausprägungen der Zwangserkrankungen sind vielfältig: Laut der Experten können auch belastende sexuelle oder aggressive Vorstellungen ein Hinweis darauf sein. Immer drehen sich die Gedanken um die Ordnung und die korrekte Ausführung bestimmter Tätigkeiten. Aus Unwissenheit, Angst und Scham verschweigen viele Erkrankte ihre Störung und werden nicht selten depressiv, weil sie selbst wissen, wie unsinnig ihr Verhalten ist.

Besonders erfolgreich sei laut Verband dann die Einnahme von Antidepressiva in Kombination mit einer kognitiven Verhaltenstherapie. Die Zwangserkrankung ist eine der häufigsten psychischen Erkrankungen hierzulande, unter der rund ein bis zwei Prozent der Bevölkerung leiden.

 
 

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