Edeka: Wahlplakat-Ärger vor Filiale! Der Supermarkt reagiert drastisch

Edeka: Wahlplakat-Ärger vor Filiale! Der Supermarkt reagiert drastisch.
Edeka: Wahlplakat-Ärger vor Filiale! Der Supermarkt reagiert drastisch.
Foto: imago/Michael Gstettenbauer/Manfred Segerer/pixabay/Montage: DERWESTEN

Normalerweise mischen Supermärkte wie Edeka eher selten im Wahlkampf mit.

Doch ein Edeka-Markt aus der Gegend um Regensburg setzte jetzt doch ein Zeichen.

Edeka: Wahlplakat abgenommen

Auf dem Bild, dass ein Edeka-Markt aus der Nähe von Regensburg postet, sind zwei Mitarbeiter des Marktes zu sehen, wie sie gerade ein Wahlplakat der AfD (Alternative für Deutschland) abnehmen.

Dazu schreibt der Markt in Großbuchstaben: „Wir setzen ein Zeichen.“ Aber darf ein Supermarkt einfach so ein Wahlplakat abnehmen? Eigentlich doch nicht, oder?

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In Deutschland gilt: Ein Wahlplakat darf fast überall im öffentlichen Raum aufgehangen werden, solange dadurch keine Gefahr für den Straßenverkehr oder Fußgänger entsteht. Sie dürfen also nicht zu nah am Straßenrand oder auf Kopfhöhe hängen. Zudem darf an Schulen und Rathäusern keine Wahlwerbung gemacht werden. Bäume sind ebenfalls tabu, Straßenschilder müssen sichtbar bleiben.

Warum hängt der Edeka die Schilder also ab? Nun: Der Pfahl, an dem das Plakat hängt, ist kein öffentlicher Raum – sondern Privatgelände - und damit tabu für die Parteiplakate. Gleichzeitig scheint der Markt auch nicht so gut auf die AfD zu sprechen zu sein. Denn es ist nicht verboten, Plakate auf einem Privatgelände aufzuhängen, solange der Eigentümer einverstanden ist. Und das scheint der Markt mit der AfD gar nicht zu sein.

„Eigentlich haben wir ja nichts gegen Plakate, aber hier müssen wir einfach eine Ausnahme machen“, schreibt der Supermarkt auf Facebook. „Vor allem, wenn gewisse Plakate ohne Erlaubnis einfach auf privatem Gelände angebracht werden und auch nach zweimaliger Bitte nicht entfernt werden.“

Also legten die Mitarbeiter des Marktes selbst an und entfernten die Plakate der umstrittenen rechten Partei. Die Reaktionen auf die Aktion fallen weitestgehend positiv aus.

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Das ist Edeka:

  • Edeka wurde 1907 in Leipzig gegründet
  • Edeka steht für Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler
  • Der Hauptsitz von Edeka ist in Hamburg
  • 376.000 Menschen arbeiten bei Edeka (Stand 2018)

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Edeka: Reaktionen auf Facebook sind eindeutig

„Was für eine coole Aktion“, schreiben gleich mehrere Nutzer. „Klare Haltung wieder bei Edeka“, meint ein User. Oder auch rückblickend auf die kürzliche True-Fruits-Aktion (wir berichten >>> ): „Warum regen sich die blauen Fanboys und -girls denn so auf? Die kaufen doch seit der Aktion mit True Fruits schon nichts mehr bei Edeka.“

Und auch ein andere Edeka-Markt reagiert auf die Aktion: „Respekt, Kollege! Hoffe, ihr habt euch danach die Hände desinfiziert.“ Das lässt sich als ordentliche Breitseite verstehen, nicht nur gegen die Partei, sondern auch gegen ihre Corona-Politik.

Natürlich melden sich auch einige Anhänger der Partei bei Facebook zu Wort – bekommen aber ordentlich Gegenwind. Denn die meisten überlesen auch den entscheidenden Satz: Es handelt sich eben um Privatgelände. (evo)