Das Schicksal von Formel-4-Pilot Monger schockiert Beckmann

Rennfahrer David Beckmann (links) mit seinem Vater Robin.
Rennfahrer David Beckmann (links) mit seinem Vater Robin.
Foto: Volker Hartmann
Dem Formel-4-Piloten Billy Monger mussten nach einem Horror-Unfall beide Beine amputiert werden. Robin Beckmann ahnt, wie sich die Familie fühlt.

Hagen. Robin Beckmann muss sich kurz sammeln, bevor er auf diese Frage antworten kann. Wie er als Vater eines 16-jährigen Rennfahrers in der Formel-3-Europameisterschaft das Schicksal des schwer verletzten Billy Monger aus der britischen Formel 4 wahrnimmt? „Die Nachricht hat mich schockiert“, antwortet Beckmann schließlich. Die Nachricht ist folgende: Dem 17 Jahre alten Nachwuchspiloten Billy Monger mussten nach einem Horror-Unfall am vergangenen Wochenende im Donington Park beide Beine amputiert werden.

Monger war am Sonntag in das Heck des finnischen Fahrers Patrik Pasma gekracht, der mit seinem Auto wohl auf dem Kurs liegengeblieben war. Über 90 Minuten vergingen, ehe der Brite aus seinem zerstörten Wagen geborgen und in ein Krankenhaus in Nottingham gebracht werden konnte. Pasma war bei Bewusstsein, als er aus dem Auto gezogen wurde.

Ohne Angst an der Strecke

„Durch solche tragischen Unfälle wird einem vor Augen geführt, dass es keine 100-prozentige Sicherheit im Motorsport gibt“, sagt Robin Beckmann, dessen Sohn David am vergangenen Wochenende in Silverstone in seine zweite Saison in der Formel 3 startete. Beckmann senior schaut sich die Rennen seines Sprösslings, der Ende April seinen 17. Geburtstag feiert, fast immer live an der Strecke und ohne das Gefühl ständiger Angst um das Kind an. „Anfangs im Kart gab es solche Momente, aber mittlerweile nicht mehr. Das würde man ja nicht aushalten“, sagt er. Auch sein Sohn David sei sich der Gefahr stets bewusst, gehe damit aber professionell um. „Sonst könnte er ja gar keine Rennen fahren“, sagt Robin Beckmann.

Lewis Hamilton nimmt Anteil

Billy Mongers Schicksal lässt den Motorsport allerdings für einen Moment inne halten. „Eigentlich ist Motorsport ein Einzelsport, aber so etwas lässt alle zusammenrücken“, sagt Robin Beckmann. „Gedanken und Gebete sind mit Dir und Deiner Familie“, schrieb zum Beispiel der dreimalige Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton aus England. Der mehrmalige schottische Indy-Car-Champion Dario Franchitti teilte bei Twitter mit: „So traurige Nachrichten, ich hoffe Zanardi kann als Inspiration dienen.“ Alessandro Zanardi hatte 2001 bei einem schweren Motorsport-Unfall auf dem Lausitzring beide Beine verloren.

Spendenaktion ins Leben gerufen

Mittlerweile wurde eine Spendenseite für Monger und seine Familie ins Leben gerufen, auf der bis zum Donnerstagnachmittag schon mehr als 530 000 Pfund (umgerechnet mehr als 630 000 Euro) gesammelt wurden. So soll Mongers Behandlung finanziell unterstützt werden.

 
 

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