Zweiter Blitzer-Marathon im Juli - Bürger sollen Orte nennen

Wie bereits im Februar (unser Bild zeigt eine Kontrolle in Herne) will die Polizei auch am 3. Juli wieder bei einem "Blitzer-Marathon" Raser ins Visier nehmen.
Wie bereits im Februar (unser Bild zeigt eine Kontrolle in Herne) will die Polizei auch am 3. Juli wieder bei einem "Blitzer-Marathon" Raser ins Visier nehmen.
Foto: Gero Helm/WAZ FotoPool
Der Blitzer-Marathon in Nordrhein-Westfalen geht in eine zweite Runde: Im Juli will die Polizei erneut im ganzen Land Raser ins Visier nehmen. Das Innenministerium gab am Mittwoch den Termin für die Neuauflage der Blitz-Aktion bekannt - und verkündete, diesmal die Bürger einzubeziehen.

Essen. Nach dem ersten Blitzer-Marathon im Februar geht die 24-stündige Intensiv-Überwachung am 3. Juli in eine neue Runde. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) kündigte am Mittwoch die Neuauflage der Aktion an. Ab 6 Uhr wird am Dienstag nach Ende der Fußball-EM 24 Stunden lang im ganzen Land die Geschwindigkeit im Straßenverkehr kontrolliert.

Neu beim zweiten Blitzer-Marathon: Diesmal sollen die Bürger mitreden dürfen - und vorab solche Stellen melden, die ihrer Meinung nach kontrolliert werden müssen. „Wutpunkte“ nennt Minister Jäger diese Orte und erklärt: „Für die Bürgerinnen und Bürger zählen nicht statistische Unfallbrennpunkte, sondern diese Wutpunkte. Deshalb öffnet die Polizei landesweit den Blitzmarathon für Bürgerhinweise und kontrolliert auch an diesen Wutpunkten.“

Hinweise auf „Wutpunkte“ werden ab Montag gesammelt

Bürger können ihre Hinweise auf potenzielle Kontrollstellen ab kommenden Montag, 25. Juni, bei der Polizei loswerden. Laut Innenministerium werden die E-Mail-Adressen und Telefonnummern der örtlichen Behörden online auf der ab Montag freigeschalteten Internetseite zum Blitzmarathon veröffentlicht.

Am 10. Februar, einem Freitag, hatte die Polizei in NRW erstmals 24 Stunden lang an 1400 vorab bekanntgegebenen Stationen im Land kontrolliert. Die Bilanz damals: 17.169 von rund 456.000 kontrollierten Verkehrsteilnehmern fuhren zu schnell. Die meisten Autofahrer hätten sich jedoch umsichtig verhalten. „Es wurde nur halb so viel gerast wie an anderen Tagen“, resümierte das Innenministerium. Mit den transparenten Kontrollen will die Polizei für mehr Verantwortungsbewusstsein im Straßenverkehr werben.

Innenministerium hat Verkehrskontrollen generell ausgeweitet

Generell wurden seit dem Start der Kampagne. „Brems dich - rette Leben“ die Verkehrskontrollen ausgeweitet. Ein stärkerer Kontrolldruck allein reiche aber nicht aus, findet Ralf Jäger. „Wir brauchen Aktionstage wie den Blitzmarathon, um die Menschen wachzurütteln“, erklärte er. „Es ist der landesweite Appell an alle - Autofahrer, Fußgänger und Fahrradfahrer - sich dauerhaft an die Verkehrsregeln zu halten, um sich und andere zu schützen.“

Innenministerium und Polizei sehen ihre neue Strategie durch die Entwicklung der Verkehrsunfallzahlen bestätigt. Von 2010 auf 2011 war die Zahl der Verkehrstoten erstmals seit Jahren wieder gestiegen - um 15 Prozent. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres starben nach Angaben des Innenministeriums 207 Menschen in NRW im Straßenverkehr. Das seien 13 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. „Der Rückgang“, sagt Jäger, „ist ein Indiz, dass wir mit unserer neuen Strategie auf dem richtigen Weg sind.“ (shu/we)