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Zero XU – Alltagstaugliches Elektro-Motorrad für die Stadt

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Zero Motorcycles hat jetzt ein alltags- und stadttaugliches Elektro-Motorrad herausgebracht. Foto: Zero Motorcycles
Mit der Zeru XU bringt der amerikanische Hersteller Zero Motorcycles ein alltagstaugliches Elektro-Motorrad heraus. Das Motorrad fährt sich trotz schwerem Akku fast so leicht wie ein Fahrrad, und für die Stadt ist der Aktionsradius ausreichend. Allerdings fällt der Preis ganz schön happig aus.

Düsseldorf. 

Vom amerikanischen Unternehmen Zero Motorcycles kommt mit der Zero XU ein leichter und zweirädriger Stadtstromer für 125er-Führerscheininhaber auf den Markt.

Dabei macht Elektromobilität, wenn überhaupt, in der Stadt erst Sinn. Hier ist die Infrastruktur mit Ladestellen am dichtesten, der Nutzen des emissionsfreien Fahrens am größten und der benötigte Aktionsradius am geringsten. Als einer der ersten Hersteller hat das Zero Motorcycles erkannt, die schon seit ein paar Jahren stromgetriebene Motorräder anbieten, doch erst jetzt genügen die Fahrzeuge hinsichtlich Alltagstauglichkeit, Fahrdynamik und Reichweite auch den Anforderungen „normaler“ Motorradfahrer ohne übersteigertem Hang zum grünen Gut-Menschentum.

Beim Platz nehmen empfängt die XU ihren Piloten mit einer sehr aufrechten Ergonomie und einem fast geraden und sehr schmalen Polster, das in niedrigen 800 Millimeter Höhe einen ungewohnt sicheren Stand mit beiden Beinen auf dem Boden ermöglicht. Der Lenker liegt griffgünstig, nur die vergleichsweise hoch angebrachten Fußrasten gestalten die Kniewinkel etwas spitz. Beim Drehen des Zündschlüssels kündet eine grüne Bereitschaftsanzeige im Cockpit und ein leichtes Vibrieren von der Arbeitsbereitschaft, und dann geht’s mit dem Dreh am „Gasgriff“ vorwärts.

Leistungsstarker Modus reicht für knapp 50 Kilometer

Zwischen Zündschloss und Cockpit befindet sich ein kleiner Wippschalter, mit dem sich Antritt und Reichweite variieren lassen: Bei Performance Level I fällt der Vortrieb sanft und moderat aus, an der Ampel hängen einem die Pkw ziemlich unangenehm im Nacken, bevor die Zero ab zirka 40 km/h kräftiger durchzieht. Im Level II tritt der 14 PS starke bürstenlose permanent-erregte Gleichstrom-Elektromotor sofort kräftiger an und sorgt dafür, dass die XU dem restlichen Verkehr ihr Heck mit den dreieckigen Blinkern zeigt.

Die Moduswahl wirkt sich auf Reichweite und Höchstgeschwindigkeit aus: Im leistungsstarken Modus II läuft die XU maximal 105 km/h und das bei realistischen Bedingungen für 48 Kilometer, bei Level I schafft die Zero rund 90 km/h, die Reichweite steigt auf ermittelte 68 Kilometer, bevor der Akku an die Haussteckdose muss. Leer gefahren dauerts dann drei Stunden, bis der sogenannte Z-Force-Lithium-Ionen-Akku wieder voll einsatzbereit ist.

Elektro-Motorrad fährt sich fast so spielerisch wie ein Fahrrad

Die langlebigen Original-Akkus lassen sich bis zu 3000 Mal bei voller Leistungsfähigkeit aufgeladen, bis diese allmählich auf zirka 80 Prozent sinkt. Dazu arbeitet das neue Batteriemanagementsystem (BMS) mit einer hochpräzisen 24/7-Zellüberwachung und benötigt selbst 92 Prozent weniger Energie als zuvor. Die Energierückgewinnung beim Bremsen erhöht ebenfalls die Reichweite, sollte aber nicht überbewertet werden – maximal fünf Prozent lassen sich so gewinnen.

Der landläufigen Meinung von schweren und unhandlichen Elektrofahrzeugen tritt die XU vehement entgegen: Durch viele leichte Bauteile und den leisen, wartungsarmen Zahnriemenantrieb bleibt die Waage bei 100 Kilogramm stehen. Durch das geringe Gewicht, die Vertrauen schaffende Fahrerbettung und die moderaten Reifendimensionen auf leichten Rädern fährt sich die Urban Crosser fast so spielerisch wie ein Fahrrad.

Das Einstiegsmodell ist nicht gerade billig

Agil und folgsam setzt die XU Fahrbefehle in Richtungswechsel um, das Einlenken erfolgt mühelos und auch an der Stabilität gibts nichts zu kritteln. Einsteigergerecht sind die beiden Scheibenbremsen ausgelegt, die zwar effektiv arbeiten, aber sattes Zupacken verlangen.

Mit der XU hat Zero ein voll taugliches, wenn gleich mit 7695 Euro nicht gerade ein billiges Einstiegsmodell in die Elektro-Zweiradwelt im Programm: In der Stadt reichen Fahrdynamik und Aktionsradius vollauf aus. Erst über Land, wenn Entfernungen und geforderte Geschwindigkeiten steigen, hat eine Verbrennungs-125er die Nase vorn. Dafür hält Zero beispielsweise seine „S“bereit, die in der leistungsstarken ZF-9-Version bis zu 142 km/h schnell ist und dabei eine realistische Reichweite von 140 Kilometern ermöglicht: Preis 13.995 Euro. Die VW-Tochter Skoda liefert für diesen Preis bereits einen kompletten Rapid aus.

Technische Daten Zero Motorcycles XU

Elektro-Straßenmotorrad mit permanenterregtem, bürstenlosem Gleichstrom-Elektromotor, max. Leistung 10 kW/14 PS, Lithium-Ionen-Akku, Batteriekapazität 3 kWh, kupplungsfreier Direktantrieb per Zahnriemen, Leichtmetallrahmen, Upside-Down-Gabel vorn, Zweiarm-Leichtmetallschwinge mit einem angelenkten Federbein hinten, je eine Scheibenbremse vorn und hinten, Reifen vorn 90/90-19, hinten 110/90-16, Sitzhöhe 800 mm, Leergewicht 100 kg, Zuladung 114 kg, Höchstgeschwindigkeit 105 km/h, Preis 7695 Euro (mid)