Worauf Fahrer mit Wohnmobil oder Gespann achten müssen

Wer mit dem Wohnmobil oder Wohnanhänger unterwegs ist, muss sich auf verändertes Fahrverhalten einstellen. Das kann trainiert werden. Foto: Sergej Lepke
Wer mit dem Wohnmobil oder Wohnanhänger unterwegs ist, muss sich auf verändertes Fahrverhalten einstellen. Das kann trainiert werden. Foto: Sergej Lepke
Foto: Sergej Lepke / WAZ Fotopool
Wer mit dem Reisemobil oder einem Wohnanhänger unterwegs ist, muss sich umgewöhnen: Das Fahrverhalten ist ein anderes, das Abbiegen erfordert mehr Raum, das Rangieren ein gehöriges Maß an Übung. Verbände und Prüforganisationen bieten Trainings an.

Düsseldorf. Wer dieser Tage mit Reisemobil oder Wohnanhänger in den Urlaub startet, muss sich wieder an die Fahrzeuggröße gewöhnen. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Pkw braucht man beispielsweise beim Abbiegen mehr Raum und muss gegebenenfalls ausscheren. Außerdem ist das Fahrverhalten gänzlich anders. Abmessungen und Gewicht ihres Fahrzeugs dürfen die Urlaubsreisenden nicht unterschätzen. Alles ist größer und länger, weshalb eine umsichtige und ruhige Fahrt angesagt ist.

Bei einem Überholvorgang ist mehr Zeit einzuplanen, die nötige Lücke zwischen zwei vorausfahrenden Verkehrsteilnehmern muss ausreichend groß sein. Auch die Bremswege fallen länger aus. Daher darf nicht zu spät gebremst werden, bei einer roten Ampel ist vorausschauend und umweltfreundlich frühzeitig vom Gas zu gehen. Kurven bergen ein hohes Gefahrenpotenzial. Die Fliehkräfte drücken und rütteln deutlich spürbar am Fahrzeug, je nach Geschwindigkeit neigt sich der Aufbau zur Seite. Wer aufmerksam den Fahrbahnverlauf beobachtet und mögliche Kehren frühzeitig erkennt, kann dementsprechend schnell reagieren. Gefühlvoll wird das Tempo heruntergebremst, ruckartige Brems- und Lenkmanöver werden dagegen vermieden. Kurven werden in einem weiten Bogen angesteuert, denn der Hänger folgt auf engem Radius nach und läuft nach innen. Bei einer Unachtsamkeit wird leicht der Bordstein mitgenommen.

Zwei Königsdisziplinen

Sind diese Alltagssituationen gemeistert, stehen gleich noch zwei "Königsdisziplinen" bevor: die Fahrt am Berg und das Rangieren. Bei der Bergfahrt gilt es, nur die Pässe zu überqueren, die für das Fahrzeuggewicht freigegeben sind. Sonst verstößt man nicht nur gegen eine Verkehrsregel, meist ist ein entsprechendes Vorhaben auch nicht von Erfolg gekrönt. Stattdessen verlängert man die eigene Reise und wird zur Behinderung für hinterherfahrende Verkehrsteilnehmer. Außerdem sollte frühzeitig zurückgeschaltet werden, ehe es aufwärts geht.

Das Rangieren ist dagegen eine ganz eigene Kunst. Wer nicht muss, verzichtet möglichst darauf. Über den Rückspiegel sieht man meist nichts, weshalb nur die Außenspiegel über das Geschehen hinter dem Wohnwagen informieren. Bei angehängten Wohnwagen sind entsprechende Zusatzspiegel erforderlich, die einen Blick auf die Achse des Anhängers ermöglichen. Das erleichtert laut dem ADAC sowohl das Rangieren als auch die Orientierung in Kurven und bei engen Baustellendurchfahrten. Im Grundsatz gilt beim Rückwärtsfahren: Entgegen dem Lenkradeinschlag bewegt sich das Anhängsel. Mit höchster Vorsicht ist dann zurückzusetzen. Umsicht ist oberstes Gebot. Wer vorsichtig fährt, kann wenig falsch machen. Mit entsprechenden Fahrkenntnissen ist man dann vollends auf der sicheren Seite. Auch bieten verschiedene Verbände und Prüforganisationen Fahrtrainings speziell für Reisemobilisten und Gespannfahrer an. (mid)

 
 

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