Wie genau ist eigentlich der Tacho im Auto?

Die Geschwindigkeit stets im Blick: Die neuen Head-up-Displays machen es möglich.   Foto: BMW
Die Geschwindigkeit stets im Blick: Die neuen Head-up-Displays machen es möglich. Foto: BMW
Gesetzlich ist vorgeschrieben, dass die Tachometer im Auto innerhalb bestimmter Toleranzen zu viel anzeigen müssen. Bei modernen Autos ist der Puffer jedoch nur minimal. Bei der richtigen Messung spielt auch die Beschaffenheit der Reifen eine Rolle.

Essen. Mehrmals in der Minute wandert der Blick auf den Tacho. Manche wollen neue Geschwindigkeitsrekorde mit ihrem Auto aufstellen, andere möchten nicht geblitzt werden und versuchen genau „Strich“ zu fahren. Doch wie genau kann ich überhaupt fahren und wie schnell bin ich wirklich?

Gesetzlich ist es vorgeschrieben, dass die Tachometer im Auto nicht ganz exakt die wahre Geschwindigkeit anzeigen. Sie müssen innerhalb bestimmter Toleranzen immer zu viel anzeigen.Zulässig ist eine Voreilung von 10 Prozent zuzüglich 4 km/h (§57 StVZO). Bei 50 Stundenkilometern darf die Voreilung also bis zu 9 km/h, bei Tempo 100 bis zu 14 km/h betragen.

Reifengröße entscheidend

Je nach Fahrzeug besteht womöglich ein immenser Puffer. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man immer etwas schneller fahren darf. Laut eines Sprechers des Tachometerherstellers VDO zeigen die Tachos von heute wie vorgeschrieben etwas mehr an, jedoch nur noch minimal. Dieses ist u.a. der digitalen Abnahme der Raddrehung zu verdanken.

Trotz dieser modernen Technik lassen sich Ungenauigkeiten nicht vermeiden. Denn viele andere Faktoren spielen bei der richtigen Messung eine wichtige Rolle. Bereits eine um drei Millimeter reduzierte Profiltiefe der Reifen kann zu einem Prozent Abweichung führen. Und auch der Luftdruck sowie der „Schlupf“ zwischen Reifen und Fahrbahn können sich messbar auswirken. Ebenso ist die Reifengröße entscheidend.

Digitale Anzeigen sind aufschlussreicher

Hier ist besondere Vorsicht geboten: ein kleinerer Reifenumfang z.B. bei Niederquerschnittsreifen macht schnell ein bis zwei Prozent aus. Zur erfolgreichen Eintragung in die Fahrzeugpapiere ist hier möglicherweise sogar eine Tachoangleichung notwendig.

Doch die Technik entwickelt sich weiter. Während man bei herkömmlichen Tachos bei weniger als 30 km/h die Geschwindigkeit nur erahnen konnte, sind digitale Anzeigen nun aufschlussreicher. Besonders in verkehrsberuhigten Bereichen, in denen Schrittgeschwindigkeit (etwa 7 km/h) gilt, ist nun genaueres Fahren möglich.

Praktisches Head-up-Display

Mittlerweile bieten einige Autohersteller zudem ein so genanntes Head-up-Display an. Dieses zeigt dem Fahrer die aktuelle Geschwindigkeit in der Frontscheibe an. Somit kann der Blick auf der Straße bleiben. Bislang gibt es diese moderne Anzeige fast nur in Oberklassewagen, doch laut VDO sollen schon bald auch Fahrzeuge der Mittel- und Kompaktklasse damit ausgestattet werden.

Und ob der Blick nach unten auf den Tacho oder auf das Head-up Display geht, eines bleibt: Man ist immer langsamer als dort angezeigt wird.

 
 

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