Uno schreibt Motor-Geräusch für Elektroautos vor

Der erste Rolls Royce mit einem Elektroherzen wird derzeit auf dem internationalen Autosalon in Genf vorgestellt. Nach dem Willen der Uno müssen bald auch geräuscharme Elektroautos mit künstlichen Motorengeräuschen unterwegs sein. Foto: Imago
Der erste Rolls Royce mit einem Elektroherzen wird derzeit auf dem internationalen Autosalon in Genf vorgestellt. Nach dem Willen der Uno müssen bald auch geräuscharme Elektroautos mit künstlichen Motorengeräuschen unterwegs sein. Foto: Imago
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Elektroautos fallen vor allem deswegen auf, weil sie nicht auffallen. Sie nähern sich nahezu geräuschlos. Und können deshalb zur Gefahr werden für schwächere Verkehrsteilnehmer. Deshalb haben sich die Vereinten Nationen auf Geräuschvorgaben geeinigt.

New York.. Auf Geräuschvorgaben für Elektroautos haben sich jetzt nach Medienberichten die Vereinten Nationen (UNO) geeinigt. Die unter Mitwirkung des deutschen Umweltministers Norbert Röttgen getroffene Vereinbarung soll demzufolge schon ab diesem Sommer gelten.

Typische Geräuschentwicklung entfällt

Handlungsbedarf besteht nach Ansicht von Experten deswegen, weil bei Elektrofahrzeugen die typische Geräuschentwicklung von Verbrennungsmotoren entfällt. Somit fehlt anderen Verkehrsteilnehmern das Motorengeräusch zur akustischen Orientierung und als Warnung vor herannahenden Autos. Am noch konkret festzulegenden Klang solle erkennbar sein, ob das E-Mobil beschleunigt, bremst oder mit gleichbleibender Geschwindigkeit unterwegs ist.

Nicht lauter als Normal-Autos mit Tempo 20

Zugleich sollen E-Autos nicht lauter fahren als verbrennungsmotorisierte Fahrzeuge, die mit etwa Tempo 20 unterwegs sind. Diese Regelung soll auch für elektrisch angetriebene Zweiräder und Nutzfahrzeuge wie Busse gelten. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer begrüßte den Vorstoß. Die geräuschlose Gefahr betreffe "gerade schwächere Verkehrsteilnehmer wie Blinde, Fußgänger oder Fahrradfahrer", sagte der Minister gegenüber der Financial Times Deutschland (FTD).

Unterschiedliche Wege zum Ziel

Bisher sind die Automobilhersteller das Problem unterschiedlich angegangen: Während viele Anbieter von Hybrid- und Elektrofahrzeugen auf künstliche Fahrgeräusche verzichtet haben, bietet Toyota seinen doppelmotorigen Prius in Japan optional mit künstlichem Motorengeräusch im Strombetrieb an. Das nachrüstbare Feature kostet dort rund 120 Euro. Auch der Mitte des Jahres auf den deutschen Markt kommende Infiniti M35h verbreitet via Bordlautsprecher in der Frontstoßstange einen markanten Sinus-Warnton, der sich ab 30 km/h abstellt. Nissan hat sein Ende des Jahres erscheinendes, bis zu 144 km/h schnelles Elektroauto Leaf mit "Flug-Geräuschen" ausgestattet. Am Elektro-Roadster Tesla lässt sich durch Zutun des Tuners Brabus auf Knopfdruck sogar ein V8-Motorengeräusch "zuschalten". Insgesamt rechnen Experten bis Ende dieses Jahres mit 100 000 Elektroautos auf den Straßen der Welt. (mid)

 
 

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