Umleitung auf der A 40 führt in nächste Baustelle

Tobias Fülbeck

Essen. Ferienzeit ist Baustellenzeit: Von der gesperrten Autobahn A 40 fahren Pendler über die Umleitung der A 52 in den nächsten Stau auf der B224. Denn auch dort wird die Fahrbahn mit Flüsterasphalt ausgebessert.

Der Start in den ersten sonnigen Tag seit gefühlten Ewigkeiten begann für viele Pendler im Ruhrgebiet mit stockendem Verkehr und Staus - trotz Ferienzeit und dem damit verbundenen geringeren Verkehrsaufkommen im Berufsverkehr. Grund: Die A 40 in Fahrtrichtung Dortmund ist zwischen den Anschlussstellen Duisburg-Kaiserberg und Mülheim-Heißen wegen Bauarbeiten noch bis Sonntagabend, 7. August, gesperrt. Auf der Fahrbahn wird auf einer Länge von acht Kilometern für 1,5 Millionen Euro Flüsterasphalt aufgebracht. Besonders ärgerlich: Autofahrer, die aus Duisburg kommend, der ausgeschilderten Umleitung nach auf die A 52 ausweichten, erwartete auf der B 224 - Friedrichstraße - im Essener Stadtgebiet die nächste Baustelle: ebenfalls eine Vollsperrung, ebenfalls eine neue Straßendecke, ebenfalls Flüsterasphalt. Eine unglückliche Doppelung von Baustellen, finden Pendler, die in Essen arbeiten.

Hätte man die Baustellen zeitlich versetzt planen können, mangelte es an Absprachen zwischen dem Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW) und der Stadt Essen? „Die Parallelität ist nicht vermeidbar gewesen. Die gesamte Ferienzeit ist für Essen verplant gewesen. Selbstverständlich hat es im Vorfeld Kooperationen und Beratungsgespräche mit Straßen.NRW gegeben und diese Umleitungsproblematik war uns durchaus bewusst“, sagt Christian Schulte, Leiter der städtischen Koordinierungsstelle für Baumaßnahmen. Richtig sei, dass es am Montagmorgen einen „Staumoment“ gegeben habe, der Verkehr gestockt habe, „aber nicht so gravierend wie befürchtet, sondern in einem durchaus erträglichen Maß“. Die Lage solle sich nun noch verbessern, „indem bei der B 224-Umleitung über die Bismarck- und Kruppstraße in Höhe des Folkwang-Museums eine weitere Spur eingerichtet werde.“ Diese „neue Geradeaus-Spur“ werde im Laufe des Montags freigegeben, so Schulte im Gespräch mit DerWesten.

Ferienzeit bewusst gewählt

Die Stadt Essen hatte sich bewusst für diesen Zeitraum entschieden, da das Verkehrsaufkommen in der Urlaubszeit um 15 Prozent sinke. Außerdem müsse die Maßnahme unbedingt noch im Jahr 2011 erfolgen – einerseits weil sonst für die 500.000 Euro teure Investition Fördergelder aus dem Konjunkturpaket II wegfallen würden, anderseits weil 2012, mit Beginn der Sommerferien, die A 40 für drei Monate gesperrt werden wird. Dann wären gehäufte Baustellen schließlich noch ärgerlicher.

Klaus Stock, Leiter des Amtes für Verkehrs- und Baustellenmanagement der Stadt Essen, hat sich am Montagmorgen selbst gegen 8.30 Uhr ins Auto gesetzt und ist die B224 auf Essener Stadtgebiet entlang gefahren. Er wollte einen Eindruck von den Auswirkungen für die Pendler mitbekommen. Mehr als „Stop-and-Go“ war nicht möglich. Deshalb empfiehlt er Pendlern, die sich am heutigen Montagmorgen über stockenden Verkehr geärgert haben und aus Richtung Duisburg kommen, die Abfahrt Essen-Süd zu benutzen. „Dort kann man über die Richard-Wagner-Straße direkt in die Innenstadt fahren“, erklärt Stock.

Noch halten sich Staus in Grenzen

Abgesehen von den Staus auf Essener Stadtgebiet kam es auf der A 40 in Richtung Dortmund wegen der Vollsperrung zwischen den Anschlusstellen Duisburg-Kaiserberg und Mülheim-Heißen am Montagmorgen zu vereinzelten Staus. In der Mittagszeit stockte der Verkehr nach Angaben der Autobahnpolizei auf bis zu vier Kilometern. Rainer Martensen, zuständiger Bauüberwacher von Straßen.NRW, ist insgesamt jedoch entspannt: „Die Staus halten sich in Grenzen, unser lang geplantes Verkehrskonzept mit Umleitungen ist aufgegangen.“

Die Bauarbeiten auf der B 224 sowie auf der A 40 dauern voraussichtlich noch bis zum Sonntagabend, 7. August. Vorausgesetzt, in den nächsten Tagen regnet es nicht allzu stark; dann würden Bauarbeiten behindert.