Veröffentlicht inAuto

Selbsterklärende Straßen statt Verkehrszeichen gefordert

Tempolimit.jpg
Gerade auf Landstraßen oder Autobahnen fällt oft die Frage nach der Geschwindigkeitsbegrenzung. Nicht selten werden die Schilder übersehen. Damit das in Zukunft ein Ende hat, fordert Dr. Gert Weller von der TU Berlin eine einheitliche Straßengestaltung, die einem das jeweilige Tempolimit verrät.

Fulda. 

Welches Geschwindigkeitslimit gilt momentan: 60 km/h ?, 80 km/h? oder Überholverbot? Wie oft stellt sich während der Autofahrt auf der Landstraße oder Autobahn die Frage, welche Geschwindigkeit gerade erlaubt ist, welche Beschränkungen verordnet sind?

Schon die geringste Ablenkung führt dazu, ein Verkehrszeichen zu übersehen. Dr. Gert Weller von der Technischen Universität Berlin plädierte im Rahmen eines Seminar des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) für eine Straßengestaltung, die für sich selbst spricht und weitgehend ohne Verkehrszeichen auskommen. Die größte Gefahr geht vor allem von Kurven aus. Gefährliche Kurven sind gewöhnlich durch ein Warnzeichen angekündigt, in der Kurve selbst helfen Leitpfeile, den Kurvenverlauf zu erkennen.

Versuche in Fahrsimulatoren haben ergeben, dass eine Bepflanzung der Kurvenbereiche mit Büschen zu einer ähnlichen Wirkung führte wie die Beschilderung. ‚Schilder werden übersehen oder vergessen, Bepflanzungen werden immer wahrgenommen. Deshalb ist die sich selbst erklärende Straße die bessere Lösung‘, kommentiert Dr. Weller das Versuchsergebnis. In der Fahrschulausbildung müssen die künftigen Autofahrer mit der Sprache der Straße vertraut gemacht werden. Vorausgesetzt, dass sich der Straßenbau auf einheitliche Gestaltungsrichtlinien einigt. (mid)