Opel zieht Änderungskündigungen in Bochum zurück

Bei einer Belegschaftsversammlung vor wenigen Tagen hatten die Mitarbeiter noch gegen die geplanten Zwangsversetzungen protestiert. Foto: Monika Kirsch / WAZ FotoPool
Bei einer Belegschaftsversammlung vor wenigen Tagen hatten die Mitarbeiter noch gegen die geplanten Zwangsversetzungen protestiert. Foto: Monika Kirsch / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Die Zwangsversetzung von 75 Bochumer Opelmitarbeitern nach Rüsselsheim ist vom Tisch. Opel nahm am Dienstag die Änderungskündigungen zurück. Grund sind die guten Verkaufsprognosen für den neuen Zafira, der in Bochum vom Band läuft.

Bochum. Gute Nachrichten für die Beschäftigten im Bochumer Opel-Werk: Der Autohersteller hat die Änderungskündigungen zurückgezogen, mit denen er 75 Mitarbeiter zum Wechsel nach Rüsselsheim zwingen wollte. Opel hob gleichzeitig die Verkaufsprognose für den neuen Van Zafira an.

Zafira wird auf der IAA gezeigt

Das Unternehmen teilte am Dienstag mit, die überaus positive Resonanz auf den neuen Opel Zafira Tourer lasse für das nächste Jahr eine bessere Auslastung des Bochumer Fertigungswerkes erwarten als bislang eingeplant. Damit sehe sich das Unternehmen in der Lage, allen Betroffenen eine Weiterbeschäftigung im Bochumer Werk zu ermöglichen.

Opel präsentiert den neuen Zafira Tourer derzeit auf der Internationalen Automobilausstellung IAA in Frankfurt. Das neue Modell wird ausschließlich in Bochum gefertigt. Dafür investierte Opel nach eigenen Angaben 175 Millionen Euro in die Produktion.

Betriebsrat erleichtert

IG Metall und Betriebsrat begrüßten den Schritt. NRW-IG-Metall-Chef Oliver Burkhard sagte: „Wir freuen uns natürlich darüber, dass Opel-Fahrzeuge derzeit so gut am Markt ankommen. Das sichert Beschäftigung.“ Betriebsratschef Rainer Einenkel ergänzte: „Dank der aktuell guten Verkaufsprognose für den Zafira gibt es nun eine Basis, um ... an einer langfristigen Zukunft des Werkes zu arbeiten.“

Noch vor rund zwei Jahren musste der Opel-Standort Bochum nach der Insolvenz des Mutterkonzerns General Motors um seine Zukunft bangen. Opel hatte Anfang 2010 mit der Sanierung begonnen und dazu den Abbau von 1800 der damals noch 5100 Stellen in Bochum beschlossen. Den Betroffenen wurden Abfindungen und der Wechsel in eine Transfergesellschaft angeboten. Die Offerte wurde allerdings nur von 600 Mitarbeitern angenommen. Für die verbliebenen 1200 Beschäftigten musste Opel nachverhandeln und ihnen mit Prämien und Abfindungen den Wechsel in ein anderes Werk oder das freiwillige Ausscheiden versüßen. (dapd/we/rtr)

 
 

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