Opel Astra Sports Tourer schlägt Golf Variant

Der neue Opel Astra Sports Tourer hat im Ringen um Absatzzahlen einen Hochstart hingelegt.
Der neue Opel Astra Sports Tourer hat im Ringen um Absatzzahlen einen Hochstart hingelegt.
Mit dem Astra Sports Tourer ist Opel ein echter Coup gelungen. Der neue Kombi kommt so gut an, dass selbst der VW Golf Variant im Ringen um Absatzzahlen auf der Strecke bleibt - auch wenn Opel aufgrund der eleganten Form Zugeständnisse machen musste.

Düsseldorf. Mit dem Opel Astra Sports Tourer ist den Rüsselsheimern ein echter Schlag gelungen: Ein handlicher Lademeister mit ansehnlichem Blechkleid, der bei den Kunden so gut ankommt, dass selbst ein VW Golf Variant im Absatzzahlen-Ringkampf das Handtuch werfen muss.

Im ersten Quartal des Jahres hat der Astra Kombi deutschlandweit 11.832 Käufer gefunden, über 3000 Exemplare mehr als der Golf Variant. Ein k.-o.-Schlag, von dem der klassische Schrägheck-Kompakt-Bruder nicht einmal zu träumen wagt. Auch in Sachen maximaler Laderaum schlägt der Rüsselsheimer den Wolfsburger Mitspieler, zumindest um Haaresbreite. 1550 Liter passen bei umgelegter Rückbank in den Astra, beim Golf sind es 1495 Liter.

Linie kostet Laderaum

Wem es ausschließlich auf die Größe ankommt - also des Kofferraums -, ist beim Opel falsch und sollte sich nach einer großzügigeren Alternative wie dem Peugeot 308 SW umsehen, der mal eben locker 1736 Liter an Bord nehmen kann. Der Vorgänger des Sports Tourer mit dem schönen Namen "Caravan" konnte übrigens trotz einer um 18 Zentimeter kürzeren Karosserie 40 Liter mehr Gepäck schlucken. Die eingeschränkte Aufnahmebereitschaft des aktuellen Opels liegt vor allem an dem sportlich-schönen Blechkleid. Um dieses tragen zu können, haben die Hersteller dem Astra ein Korsett verpasst und zwar am Dach, sodass eine elegant-abfallende Linie für eine gute Figur sorgt.

Doch was an Volumen flöten gegangen ist, wird mit modernen und praktischen Gimmicks wieder wettgemacht. Hierzu gehört das einfache Umklappen der Rücksitzlehnen, das per Knopfdruck vom Kofferraum aus erledigt werden kann das "Flex Fold"-System gehört ab der Ausstattungslinie "Sport" zum Serienumfang. Übrig bleibt ein nahezu ebener Ladeboden, der über eine angenehm niedrige Kante beladen werden kann. Außerdem steht unter dem Boden ein Geheimfach bereit, das für viel Ordnung im Frachtraum sorgt.

Vollwertige Griffe an der Heckklappe

Auch in Sachen Laderaumabdeckung verspricht Opel eine neue Einfachheit. Bei dem "Easy Access Cover"-System muss die Abdeckung lediglich angetippt werden und schon zieht sie von dannen. Dieses Feature ist bereits ab der Ausstattung "Design Edition" immer mit an Bord. Ist das Beladen erledigt, wird die Klappe über die beiden gut erreichbaren und vollwertigen Griffe wieder nach unten gezogen im Vergleich zu den flachen Griff-Kuhlen vieler Mitbewerber eine echte Freude für die Finger.

Trotz schickem Kampf-Kostüm mit Korsett-Schnürung ist und bleibt der Sports Tourer ein Kombi, und den lassen die Deutschen am liebsten von einem Diesel befeuern. Der stärkste Selbstzünder im Astra schöpft aus vier Zylindern mit einem Hubraum von 2,0 Litern eine Leistung von 118 kW/160 PS wer sich jetzt einen neuen Astra bestellt, bekommt sogar 121 kW/165 PS.

Das maximale Drehmoment von 350 Nm liegt bereits ab 1750 U/min an, so dass der Kombi schon bei niederen Touren genügend Kraft für die Realisierung der Beschleunigungswünsche des Fahrers hat. Allerdings ist das Triebwerk vor allem im kalten Zustand und bei niedriger Drehzahl ziemlich mitteilungsbedürftig und vermittelt lautstark, dass es erst "warm werden" muss. Auf "Betriebstemperatur" gedreht, kann sich der Fahrer jedoch über ein vergleichsweise leises und gleichzeitig leistungswilliges Triebwerk freuen, dem weder Steigungen noch Überholmanöver bei hohen Geschwindigkeiten große Mühe bereiten. Laut Hersteller vergehen 9,5 Sekunden, bis der Astra 2.0 CDTI aus dem Stand Tempo 100 erreicht hat. Schluss mit dem Vortrieb ist dann bei 212 km/h.

Vertretbarer Verbrauchswert

Den Verbrauch gibt Opel mit 5,1 Liter an, dieser Wert konnte bei der Testfahrt nicht erreicht werden. Stattdessen standen 6,8 Liter im Bordcomputer, was immer noch ein vertretbarer Wert ist. Für die Kfz-Steuer werden pro Jahr 218 Euro fällig.

Auch in Sachen Komfort ist der Astra großzügig. Alle Insassen, vor allem die beiden vorn Reisenden, nehmen auf bequemem Gestühl mit langen Sitzflächen und ausgeformten Sitzwangen Platz. Die Kopffreiheit ist überall gut. (mid)

 
 

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