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Neues von Knöllchen-Horst, Loremo, Concorde

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Foto: unbekannt

Sie sind alle drei irgendwie von gestern, machen aber heute noch einmal Schlagzeilen, wenn auch kleinere: der Falschparker-Feind Knöllchen-Horst, das Möchtegernauto Loremo und die vor zehn Jahren abgestürzte Concorde.

Frührentner Horst Nilges aus Osterode im Harz heißt mit zweitem Vornamen Knöllchen, und er ist anscheinend stolz darauf – eine fünfstellige Zahl von Anzeigen soll ja nicht ganz umsonst gewesen sein. Zumindest mailt Nilges die Kopie eines Schmäh- und Drohbriefes an ihn herum, bei dem die Adressangabe „KNÖLLCHEHORST 37520 Osterode“ für die Zustellung ausreichte, also ähnlich wie Bundespräsident Horst – nein: Christian, Berlin.

Der Absender der Ode an Horst stammt aus der Präsidentenstadt und gibt übrigens vor, Jet- (Boeing 737!) und Hubschrauberpilot zu sein, was man angesichts des auf unausgeprägte Intelligenz hinweisenden Gesamteindrucks des Schriftwerks nicht glauben will. Übrigens kann man gegen Nilges einiges vorbringen, nicht aber, dass er sich versteckt. Er ist weiterhin trotz aller Anfeindungen im Telefonbuch eingetragen. Einen Berliner Piloten mit dem Namen des Absenders findet man dagegen im Oertlichen nicht.

Horst Nilges, der Anzeigenschreiber, hat noch mehr Post bekommen. Er muss sich vor dem Amtsgericht wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Geschwindigkeitsüberschreitung verantworten. Allerdings nur um zehn Kilometer. Sehr super-fahrlässig scheint das nicht zu sein.

Still und heimlich haben sich die Macher des Minimalmobils Loremo aus Dorsten verabschiedet. Wer einmal in dem Zweisitzer gesessen hat, weiß: Das ist kein Auto, sondern ein überdachtes Rollermobil. In das man über eine kniehohe Kante einsteigen muss, wenn man das überhaupt so nennen will, um dann auf der Fahrbahn zu hocken wie in einem Kart und nichts zu sehen. Ein Rollermobil, in dem man hintereinander sitzt, Rücken an Rücken, und das keinen Kofferraum hat. Niemand kauft so einen Schwachsinn, selbst wenn er billig wäre, was er nie sein könnte.

Die Loremo-Leute gingen jahrelang mit ihrem unfertigen Prototypen und der selben Geschichte hausieren: Ein geheimer asiatischer Geldgeber würde eine erste Kleinserie finanzieren, und dann geht’s los. Man bräuchte nur ein bisschen Geld für dies und das. NRW fiel auf das Subventionsnomadentum herein, Bayern übrigens nicht. Jetzt sind die Loremobilisten ins Fränkische verzogen, die NRW-Kohle ist wohl weg. Und man baut für einen geheimen asiatischen Finanzier einen Kleinlaster, diesmal natürlich mit Elektroantrieb. Wenn Sie einen auf der Straße sehen: Halten Sie die Brieftasche fest.

Zum Schluss: Vor zehn Jahren stürzte eine Concorde mit mehr als 100 Menschen an Bord ab, und daraufhin wurden die letzten Exemplare des fliegenden Fossils ausgemustert. Geschmackloserweise formierten sich pünktlich zu dem traurigen Jubiläum des tödlichen Unglücks in England Flugverrückte, die vehement die Reaktivierung mindestens eines der eingemotteten Restexemplare fordern – obwohl die Concorde trotz astronomischer Ticketpreise ein Milliarden-verschlingender Megaflop war. Sie wieder an den Himmel bringen zu wollen ist genauso sinn- und geschmackvoll wie die Forderung nach einer Neuauflage der Loveparade in Duisburg.