Veröffentlicht inAuto

Lancia Flavia Test – Amerikaner trifft auf Bella Italia

Essen. Seine Wurzeln liegen in den USA. Der Lancia Flavia wird zwar als Italiener verkauft, doch unter den Lancia-Logos steckt eigentlich die Limousine Chrysler 200. Ob sich das viersitzige Cabrio eher lässig und cool gibt wie ein Amerikaner oder „La dolce Vita“ in Bella Italia verkörpert, zeigt der Test.

Obwohl sie wie eineiige Zwillinge sind, vermittelt das Lancia Flavia Cabrio doch ein ganz anderes Gefühl als der Chrysler 200. Keine schnöde Limousine, sondern ein viersitziges Sonnenanbeter-Auto mit italienischem Temperament, glaubt man, beim Anblick der italienischen Variante zu erkennen. Einen rundum guten Eindruck macht das Cabrio der Fiat-Tochter Lancia. Wie allerdings sieht es im Vergleich mit der deutschen Premiumkonkurrenz aus? Kann der Italiener mit den amerikanischen Wurzeln bei Materialauswahl und Verarbeitungsqualität mit dem Audi A5 oder dem BMW 3er mithalten?

Ja, kann er. Das Interieur des Lancia Flavia hinterlässt nicht so einen billigen Eindruck wie so manch anderes Auto aus den USA. Ein weiterer Vorteil gegenüber der Konkurrenz: Der Mittelklassewagen ist quasi nur vollausgestattet erhältlich. Große Abweichungen vom günstigen Grundpreis (36.900 Euro) muss man daher nicht fürchten. Dazu bietet das Cabrio auf knapp fünf Metern Länge ordentlich Platz. Auch im Fond ist die Beinfreiheit für erwachsene Passagiere akzeptabel, der Kofferraum bietet mit 377 Litern Volumen ausreichend Stauraum. Lediglich mit geöffnetem Verdeck schrumpft das Platzangebot dann schlagartig auf 198 Liter. Das Verdeck ist übrigens aus Stoff, öffnet und schließt auf Knopfdruck automatisch. Das dauert 28 Sekunden, funktioniert aber leider nur im Stand.

Ein weiterer Makel des Lancia Flavia: Der Motor des Testfahrzeugs wirkt alles andere als modern. Spritsparendes Downsizing? Nie gehört. Der amerikanische Italiener wird von einem 2,4-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor angetrieben, der mit 170 PS und 220 Newtonmeter recht angestrengt wirkt, wenn er das 1,9 Tonnen schwere Cabrio auf Touren bringen soll. Will man die etwas schwächliche Leistung mit hoher Drehzahl wettmachen, reagiert der Motor entsprechend mit großem Getöse und viel Durst. Der vom Hersteller angegebene Normverbrauch von 9,4 Litern ist weder zeitgemäß noch in der Realität zu erreichen. Hier landet man meist im zweistelligen Bereich.

Das getestete Lancia Flavia Cabrio eignet sich dementsprechend hauptsächlich als Zweitwagen. Im Urlaub und auf langen Ausflügen kann der amerikanische Italiener seine Stärken voll ausspielen. Den Alltagstest besteht der Testwagen hingegen nur mittelmäßig.

2013-02-28 16:32:50.0