Deutschlands Rastanlagen oft zu teuer

Sarah Heidel
Teuer, familienunfreundlich und schmutzig – das sind viele Rastanlagen in Deutschland. Der ADAC hat 50 Raststätten und Autohöfe getestet und stellt vielen ein schlechtes Zeugnis aus. Rasthöfe in NRW liegen im Mittelfeld.

Essen. Viele Raststätten an deutschen Autobahnen sind zu teuer, familienunfreundlich und bieten Fußgängern zu wenig Sicherheit.. Das ergab der aktuelle Rastanlagentest des ADAC. 50 Autobahnraststätten und Autohöfe an den Hauptreiserouten in Deutschland haben die Tester des Mobilclubs dieses Jahr unter die Lupe genommen.

Nur eine Raststätte konnte ein „Sehr gut“ erzielen. Der Testsieger ist die Raststätte Recknitz-Niederung (West) an der A19 in Mecklenburg-Vorpommern. Immerhin die Hälfte der getesteten Rastanlagen wurde mit „gut“ bewertet, 23 bekamen ein „ausreichend“ und zwei Autohöfe erhielten ein „mangelhaft“.

Rastanlagen in NRW nur Durchschnitt

Unter den 50 getesteten Rastanlagen waren auch sechs aus Nordrhein-Westfalen. Sie erreichten überwiegend nur Durchschnittswerte. Der Autohof Bünde und die Raststätte Gütersloh bekamen das Urteil „gut“. Die Autohöfe Eifeltor und Werne sowie die Raststätten Peppenhoven und Remscheid wurden mit der Note „ausreichend“ bewertet.

Testverlierer ist der Autohof Löbichau an der A4 in Thüringen. Verschmutzte Toiletten, mäßige Gastronomie, kein Spielplatz und nicht einmal ein Kinderstuhl im Restaurant führten zur schlechtesten Bewertung.

Raststätten oft teurer als Autohöfe

Besonders große Unterschiede zwischen Raststätten und Autohöfen machten die Tester bei den Preisen in den Shops und Restaurants aus. Die Autohöfe haben hier die Nase vorn. Während man beispielsweise im Autohof Braunschweig 2,70 Euro für seine Gulaschsuppe zahlt, muss man für dasselbe Gericht in der Raststätte Hochfelln (Nord) satte 5,95 Euro hinlegen. Und für einen halben Liter Wasser zahlt man im Shop des Autohofs durchschnittlich 91 Cent weniger als in der Raststätte.

Grundlage des Tests waren die Bedürfnisse einer vierköpfigen Familie mit Kleinkind. Jede Anlage wurde zwei Mal ohne Voranmeldung von unterschiedlichen Testern besucht.