Deutscher Fahrrad-Club kritisiert mögliche Helmpflicht für Fahrradfahrer

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer überlegt in Deutschland eine Helmpflicht für Fahrradfahrer einzuführen. Der Deutsche Fahrrad-Club glaubt, dass eine solche Maßnahme das Fahrradfahren unattraktiver machen würde.
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer überlegt in Deutschland eine Helmpflicht für Fahrradfahrer einzuführen. Der Deutsche Fahrrad-Club glaubt, dass eine solche Maßnahme das Fahrradfahren unattraktiver machen würde.
Nach den Überlegungen von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CDU) eine Helmpflicht für Fahrradfahrer einzuführen warnt der Deutsche Fahrrad-Club vor den Folgen. Eine solche Maßnahme könnte das Fahrradfahren unattraktiver machen.

Bremen. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat vor den negativen Folgen einer Helmpflicht für Fahrradfahrer gewarnt. Würden entsprechende Überlegungen von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) in die Tat umgesetzt, werde Fahrradfahren für viele Menschen deutlich unattraktiver, erklärte der Verband am Dienstag in Bremen. Das laufe dem Ziel zuwider, mehr Autofahrer zum Umsteigen zu bewegen und Innenstädte von Verkehr zu entlasten. Große Schwierigkeiten könne dies vor allem auch für die Leihfahrradsysteme verursachen, die in vielen Städten entstanden sind. Deren Attraktivität beruhe auch darauf, dass sie unkompliziert zu nutzen seien.

"Wenn eine Helmpflicht in Deutschland kommt, werden viele Leute wieder aufs Auto umsteigen. Und dann hätten wir wieder das, was wir nicht wollen: Stau, mehr Feinstaub und mehr Lärm in den Innenstädten", sagte ADFC-Bundesgeschäftsführer Horst Hahn-Klöckner. Die von Ramsauer geäußerten Gedankenspiele bezeichnete er als "künstlich von oben verordnete Scheinsicherheit".

Beitrag zum Umweltschutz

Den Fahrradfahrern sei besser mit einer sicheren Infrastruktur mit passenden Wegen, fahrradfreundlichen Ampelschaltungen und guter Verkehrsführung gedient. Ramsauer hatte in der vergangenen Woche angedeutet, er könne sich eine generelle Helmpflicht vorstellen, sofern Fahrradfahrer mittelfristig nicht freiwillig dazu übergingen, vermehrt Helme zu tragen. Zur Begründung verwies der Minister auf die Gefahr von tödlichen Kopfverletzungen bei Unfällen.

Viele Großstädte haben sich vorgenommen, den Fahrradverkehr in den nächsten Jahren deutlich zu steigern und damit umwelt- und klimafreundlicher zu werden. Die Vermeidung von kurzen Autofahren im Stadtbereich gilt unter Experten nicht zuletzt als ein wichtiger Beitrag zum Senken der Treibhausgas-Emissionen. (AFP)