Biosprit E10 schadet Umwelt offenbar mehr als herkömmliches Super-Benzin

Autogas ist nach Expertenmeinung besser für die Umwelt als der so genannte Biosprit E10. Die Kritik an dem neuen Kraftstoff reißt nicht ab.
Autogas ist nach Expertenmeinung besser für die Umwelt als der so genannte Biosprit E10. Die Kritik an dem neuen Kraftstoff reißt nicht ab.
Flüssiggas ist umweltfreundlicher als der Biosprit E10, sagt ein Experte von der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW). Ein Fraunhofer-Experte bescheinigt E10 gar eine schlechtere CO2-Bilanz als herkömmlichem Benzin

Saarbrücken. Der umstrittene und von den Autofahrern ungeliebte Biosprit E10 führt nicht nur zu 1,5 Prozent Mehrverbrauch gegenüber herkömmlichem Super Benzin. Der als "Öko-Sprit" beworbene Kraftstoff weist unterm Strich vermutlich auch eine schlechtere CO2-Bilanz auf. Das sagt jetzt Uwe Krengel vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik gegenüber einem Online-Portal. Das habe eine Analyse der sogenannten CO2-Pfade ergeben. Nach jetzigem Stand der Dinge verkehrten vor allem die vielen zusätzlichen Arbeitsschritte bei der Herstellung von E10-Benzin dessen Klimabilanz ins Negative.

Damit bestätigt sich ein Verdacht, den Umwelt- und Naturschutzverbände zuletzt immer wieder geäußert haben. Laut der offiziellen Lesart galt E10 aufgrund seines höheren Ethanolgehalts aber als besonders umweltfreundlich, weil bei Produktion des Zusatzes ein "geschlossener CO2-Kreislauf" entstehe. Sollte heißen: Der organisch gewachsene Zusatz setze lediglich die Menge an Klimagas frei, die die Ackerpflanze während ihres Wachstums aufgenommen habe.

Umweltfreundlicher als E10 ist nach einer Experten-Analyse offenbar Flüssiggas. Der auch Autogas oder LPG genannte Kraftstoff reduziert die CO2-Emissionen um durchschnittlich 14,6 Prozent gegenüber herkömmlichem Benzin, "wenn man die gesamte Kette von der Quelle bis zum Rad betrachtet und nicht isoliert auf die Verbrennung im Motor schaut", erklärt Professor Thomas Heinze. Der Kraftstoff steht nach Angaben des Wissenschaftlers des Instituts "Automotive Powertrain" der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW) damit besser da als der neue Öko-Sprit. (mid)

 
 

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