Bahnkunden müssen tiefer in die Tasche greifen

Bahnfahrer müssen künftig tiefer in die Tasche greifen: Die Preise für Busse und Bahnen im verbundübergreifenden Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen sollen zum 1. Januar 2012 um durchschnittlich 3,9 Prozent angehoben werden. Foto: AP
Bahnfahrer müssen künftig tiefer in die Tasche greifen: Die Preise für Busse und Bahnen im verbundübergreifenden Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen sollen zum 1. Januar 2012 um durchschnittlich 3,9 Prozent angehoben werden. Foto: AP
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Bahnkunden in NRW müssen sich nach dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember auf eine satte Preiserhöhung einstellen: Um durchschnittlich 3,9 Prozent wollen die neun Verkehrsverbünde im Land ihren Tarif zum neuen Jahr anheben. Ansonsten ändert sich durch die Umstellung auf den Winterfahrplan aber wenig.

Essen. Der Fahrplan ändert sich - und nach ihm auch die Preise. Bahnfahrer müssen zum Jahreswechsel tiefer in die Tasche greifen: Die Preise für Busse und Bahnen im verbundübergreifenden Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen, dem sogenannten NRW-Tarif, sollen zum 1. Januar 2012 um durchschnittlich 3,9 Prozent angehoben werden. Darauf haben sich die neun Verkehrsverbünde im Land geeinigt. Zwar muss die Bezirksregierung den Antrag noch absegnen, aber aller Wahrscheinlichkeit nach wird es dafür grünes Licht geben.

Holger Klein, Sprecher Busse und Bahnen NRW, begründet die steigenden Preise durch die im laufenden Jahr „erneut gestiegenen Kosten für Energie, Material und Personal“. Schuld sei in erster Linie der Dieselpreis, der um 14 Prozent gestiegen sei. „Das schlägt sich auch auf den NRW-Tarif nieder.“

Angebots-Tickets werden teurer

Die gemeinsame Empfehlung der neun Verkehrsverbünde in NRW sieht folgende „Tarifanpassungen“ vor: Der Preis für das SchönerTagTicket NRW 5 Personen erhöht sich um 1,50 Euro auf künftig 37,50 Euro. Ebenfalls steigt der Preis für das SchönerTagTicket NRW Single – und zwar um einen Euro auf 27 Euro. Preiserhöhungen gibt es auch beim zwei Stunden gültigen SchöneFahrtTicket NRW (von 16,60 auf 17 Euro für Erwachsene bzw. von 8,30 auf 8,50 Euro für Kinder) sowie bei den SchöneFerienTickets NRW. Der Preis für das Sommerferienticket wird um zwei Euro auf 54 Euro erhöht, der Preis für das SchöneFerienTicket NRW für die Oster-, Herbst- und Weihnachtsferien steigt um einen Euro auf 25,50 Euro. Ebenfalls erhöht sich der Preis des FahrradTagesTicket NRW von vier Euro auf 4,50 Euro. Von der Erhöhung ausgeschlossen bleibt dagegen das SchönesJahrTicket NRW.

Bei den so genannten RelationspreisTickets, den NRW-Fahrkarten von Tür zu Tür wie dem SchöneReiseTicket NRW, gibt es ebenfalls eine Preiserhöhung. So kostet ab Dezember eine Fahrt von Bielefeld nach Hamm 13,50 statt 12,90 Euro. Für eine Fahrt im Nahverkehr von Köln nach Aachen müssen Fahrgäste 15,70 Euro statt bisher 15,10 Euro aufbringen und von Bonn nach Dortmund 27,10 statt 26 Euro. Beim SchönerMonatTicket NRW wirkt sich die Preisanpassung folgendermaßen aus: Das Monatsticket von Köln nach Aachen kostet nun 259,90 Euro (+9,50 Euro), von Bonn nach Dortmund zahlt der Fahrgast 284,60 Euro (+10,40 Euro) und von Bielefeld nach Hamm 254,10 (+9,30 Euro).

Bypasslösung verzögert sich

In der Linienführung hingegen ändert sich mit dem neuen Fahrplan am 11. Dezember nur wenig: So wird sich die so genannte „Bypasslösung Düsseldorf - Köln“, also die Einführung einer neuen Linie RE 6a von Düsseldorf über Neuss und Dormagen bis Köln, verzögern: Weil es noch Unklarheiten in der Finanzierung gibt, werde die Linie frühestens zum kleinen Fahrplanwechsel im Juni 2012 an den Start gehen, so eine VRR-Sprecherin. Dann soll die RE 6a die beiden Linien RE 1 und RE 5 zwischen den beiden Rheinmetropolen entlasten.

„Kleinteilige Änderungen“

So beschränkt sich der Fahrplanwechsel im Regionalverkehr NRW auf folgende „kleinteilige Änderungen“, wie es ein Bahnsprecher ausdrückt:

- RB 20 euregiobahn (Heeren/Alsdorf-Annapark - Düren): Verlängerung des Astes nach Alsdorf-Annapark um gut drei Kilometer bis Alsdorf Poststraße mit den neuen Halten Alsdorf-Kellersberg und Alsdorf-Mariandorf im Stundentakt.

- RB 27 Rhein-Erft-Bahn (Koblenz - Mönchengladbach): RB 12593, Köln Hbf Sa+So ab 1.01 Uhr nach Koblenz, endet wegen Bauarbeiten für ein Fahrplanjahr bereits in Bad Honnef. Dafür verkehrt RB 12591, Köln Hbf Sa+So ab 0.01 Uhr über Linz hinaus bis Koblenz Hbf.

- S 12 (Düren - Au): Inbetriebnahme des neuen Haltes Hennef im Siegbogen im Stundentakt (auch für Nachtfahrten der S 13 Düren - Au).

- RB 95 Dill-Sieg-Bahn (Au - Dillenburg): Vorverlegung der Abfahrtszeit von Zug 29602 Dillenburg - Siegen (alt 5:20 -5:51 Uhr, neu 4:59 - 5:31 Uhr).

- RE 57 Dortmund-Sauerland-Express (Dortmund - Winterberg): Ergänzung um den Abschnitt Brilon Wald - Brilon Stadt (neuer Haltepunkt).

Mehr Komfort

Im Zuge des RE-Konzeptes, das Land, Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen in NRW Ende vergangenen Jahres auf den Weg gebracht haben, profitieren Fahrgäste des RE 5 (Emmerich-Koblenz) laut Bahn-Sprecher seit Mitte August von zusätzlichen Kapazitäten: „Mittlerweile ist dort jeder zweite Zug mit sechs statt vormals fünf Wagen unterwegs; die Linie soll bis Ende dieses Jahres komplett umgerüstet sein.“

„Mehr Komfort“ erwartet die Fahrgäste zudem durch die Betriebsaufnahme der DB Regio NRW im Netz Westliches Münsterland auf den Strecken RB 63 (Baumberge-Bahn: Münster - Coesfeld), RB 64 (Euregio-Bahn: Münster - Enschede) und RB 51( Westmünsterland-Bahn: Dortmund - Enschede): Dort werden nach Fahrplanwechsel so genannte „redesignte Fahrzeuge“ zum Einsatz kommen: „Das sind modernisierte Fahrzeuge, die unter anderen mit neuen Fahrgastaußentüren, mobilen Ticketautomaten, erhöhtem Einstieg und Videoüberwachung ausgestattet sind“, erklärt ein Bahnsprecher.

Über die Preiserhöhung zum Jahreswechsel jedoch können diese Änderungen wohl nur schwer hinwegtrösten.

 
 

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