Autofirmen machen die Neuwagen immer größer und stärker

Karl heißt er, der Kleine. In Genf rollt der 3,68 Meter kurze Opel zur Weltpremiere.
Karl heißt er, der Kleine. In Genf rollt der 3,68 Meter kurze Opel zur Weltpremiere.
Der Karl, Opels Weltpremiere auf dem Genfer Salon, wirkt zwischen den vielen SUV und PS-Protzen ein wenig verloren. Er misst gerade 3,68 Meter.

Genf. Eigentlich sieht der kleine Kerl zwischen all den dicken Kisten ein bisschen verloren aus. Und dann auch noch sein Name. „Karl“ taufte Opel seinen Jüngsten. Karl, das war einst ein Sohn von Opel-Gründer Adam. Karl wird gebaut in Korea. 3,68 Meter lang, aber fünf Türen und Platz für fünf Passagiere. Mit Park-Piepser und Kurvenlicht, fast ein erwachsenes Auto, ab 9500 Euro. Im Kofferraum mit Platz für zwei Getränkekisten. Viel Auto auf wenig Länge. Ab Juni im Laden. Und so ist Baby Karl, Opels Weltpremiere, einer der wenigen neuen Zwerge auf dem Genfer Salon.

Drumherum: lauter große Dicke mit viel Kraft. Die Auto-Schau am Genfer See ist für Europa die wichtigste Trend-Messe des Jahres. Hier wird gezeigt, wo es lang geht. „Klein“ und „grün“ sind nicht mehr gefragt. Es müssen schon ein paar PS mehr sein. Von Sparen und Umwelt wird selten gesprochen.

Elektroautos, in den letzten Jahren noch die automobile Lösung für die Zukunft, ist der Saft ausgegangen. Auch Hybridautos wie der neue Mercedes C 350 e gehören aktuell nicht zu den größren Rennern. Dafür drängeln immer mehr SUV auf den Markt, sie verkaufen sich längst besser als genügsame Kleinwagen. Hyundai belebt den robusten „Tuscon“ wieder, Renault startet unterhalb des klobigen Koleos den wohl geformteren Kadjar,

Sieben Passagiere im 2er Gran Tourer

BMW hat für sieben Passagiere den 2er Gran Tourer, Honda geht in der Mokka-Klasse mit dem Mini-SUV HR-V auf Kundenjagd. Mazda gibt dem CX-5 den kleinen Bruder CX-3. Rundum aufgemöbelt wurde auch Volkswagens Familienliebling Touran, auch Bruder Sharan wurde aufpoliert.

SonderveröffentlichungFür SUV-Freunde, die es größer und komfortabler mögen, hat Volvo neu den XC90. Fast alle Premieren von Genf haben mehr Feuer unter der Haube. Der Golf R Variant etwa wird von 300 PS beflügelt. Ein Kombi für ganz Eilige, Tempo 100 erreicht er in 5,1 Sekunden. Auch Subarus Kombi Levorg rast turbogeladen mit 290 PS.

Selbst kleinere Wagen sind von der PS-Aufrüstung nicht ausgenommen. So stecken im Opel Corsa OPC 207 PS, im Ford Focus RS 320 PS und im Seat Leon Cupra ST 280 PS. Da legt Porsche noch was drauf. 385 PS machen den Cayman GT4 300 km/h schnell, Audi gibt dem RS3 Sportback 370 PS, Mercedes dem CLA 45 AMG Shooting Star 360 PS, Ferrari dem 488 GTB 670 PS Leistung, für einen Spurt von 3,1 Sekunden bis Tempo 100. Der Honda Civic Type R soll sogar einen Temporekord für Serien-Kompaktautos setzen und 270 km/h flott sein.

Eine Branche gibt Vollgas. Allerdings verweisen alle Autobauer darauf, dass der Verbrauch ihrer Neuen durch kluge Technik auch bei den Kraftpaketen um bis zu 20 Prozent abgemagert sei. Seit die Preise an den Tankstellen absackten, scheint das Thema „Verbrauch“ derzeit bei vielen Fahrern nur noch zweitrangig zu sein. Bis zur nächsten Ölkrise.

Die Neuheiten von Genf 

Die neuen Autos für das Frühjahr sind da. Was gerade auf dem Genfer Salon zu sehen ist, rollt bald durch Hamburg, Essen, Moers, Dortmund. Der Überblick.

Audi zeigt Muskeln und hat dem R8 eine weitere Kraftspritze verpasst. Fast 400 PS hat der RS3. Der weiter entwickelte Q7 wiegt 325 Kilo weniger. Der TTS Roadster ist da. Als Studien zu bewundern: der Prologue Avant.

BMW hat die 1er Reihe gründlich verjüngt. Sieben Sitze hat die XL-Version des 2er Active Tourer „Grand Tourer“. Viel Power steckt auch im neuen M2.

Citroën enthüllt den Berlingo. Premiere feiert der DS5, die Edelausgabe des C5.

Dacia hat für den Duster einen neuen Benzinmotor mit 125 PS.

Fiat zeigt mit dem 500X einen kraftvollen Mini-SUV. Mit neuem Schwung startet Mini-Laster Doblo.

Ford hat mit dem Focus RS einen weiteren Kraftprotz. Auch der wilde Mustang steht kurz vor dem Start. Familien werden sich über den nächsten S-Max freuen. Viel Kraft steckt auch im Fiesta R2.

Honda macht den CR-V frisch. Schon am 21. März beim Händler. Neu kommt auch der Jazz. In Planung: der HR-V als Konkurrent zum Mokka.

Hyundai tauft den nächsten ix35 wieder „Tuscon“. Neu ist auch das sportliche i20 Coupé.

Kia hat seinen kleinen Picanto aufgepäppelt und zeigt zudem die Studie eines Mittelklasse-Wagens.

Lexus feiert die Premiere der Roadsterstudie LF-C2.

Mazda hat mit dem CX-3 einen kleinen SUV unterhalb des CX-5, der ebenfalls aufgefrischt wurde. Zur Kur war auch der Mazda6. Der nächste MX-5 muss noch bis September auf den Neu-Start warten.

Mercedes startet den luxuriösen 6,50 Meter langen Maybach neu. Preis: ab 500 000 Euro. Neu auch: CLA Shooting Brake und der C 350 e Plug-In-Hybrid.

Mitsubishi rollt die neue Generation des Pick up L 200 an, schnittiger und komfortabler als bisher.

Nissan zeigt eine Kleinwagenstudie in der Micra-Kategorie.

Opel gibt dem Corsa in dem OPC 207 PS Kraft. (ab 25 000 Euro). Der kleine Karl ist noch kleiner als der Corsa. Neu: zwei sparsame Flüsterdiesel für Mokka und Insignia.

Peugeot hat den 208 nach drei Jahren Laufzeit in den Jungbrunnen gesteckt, optisch und technisch.

Porsche hat mit dem Cayman GT ein neues Top-Modell der Baureihe.

Renault bietet mit dem 4,45 Meter langen Kadjar den nächsten Kompakt-SUV an. Der Espace wurde rundum aufgewienert.

Seat baut die Leon-Familie mit dem frechen Cupra ST weiter aus.

Skoda macht den großen Superb schöner, praktischer, wertvoller.

Subaru hat mit dem Kombi Levorg, dem Outback und dem neuen Forester gleich drei Premieren.

Suzuki gibt dem Vitara frisches Leben. Der iM-4 ist die Studie eines Mini-Offroaders.

Toyota rollt den Avensis neu an. VW enthüllt die nächste Generation des Caddy. Sharan und Touran zeigen sich frühlingsfrisch. Praktisch und sparsam: der neue Golf GTD Variant.

Genf hat halt für jeden etwas.

 
 

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