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Arnold Schwarzenegger als Umweltbotschafter beim Autosalon in Genf

Schwarzenegger als Umweltbotschafter beim Genfer Salon

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Dunkelblaues Sakko, braungebrannt, umringt von Bodyguards und der Presse: Arnold Schwarzenegger wirbt im Pavillon Vert, dem „grünen Pavillon“ beim Genfer Salon für alternative Technologien und spricht sich für den Umweltschutz aus. Im Pavillon Vert stehen 54 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben.

Genf. 

Bodybuilder, Schauspieler, Gouverneur – eine beeindruckende Karriere hat Arnold Schwarzenegger hingelegt. Auf dem Autosalon in Genf tritt er in einer weiteren Rolle auf, nämlich als Botschafter für die Umwelt. „Menschen auf der ganzen Welt lieben Autos“, sagt er. „Aber wir lieben auch unsere Umwelt.“ Der in Österreich geborene 64-Jährige hat ein Dilemma ausgemacht: Autos halten die Wirtschaft am laufen, tragen aber einen erheblichen Teil zur Umweltverschmutzung bei. Deswegen steht er in Genf im Pavillon Vert, dem grünen Pavillon.

Dunkelblaues Sakko, braungebrannt, umringt von Bodyguards und der Presse. „Ich will diese Autos in den Mittelpunkt rücken“, sagt er. Im Pavillon Vert stehen 54 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Renault ist mit vier Modellen vertreten, darunter das neue Elektrofahrzeug ZOE und der elektrische Zweisitzer Twizy. Mercedes-Benz präsentiert einen elektrisch betriebenen Vito. Daneben gibt es Exoten wie ein offenes Auto mit Rattansitzen, das zum Beispiel für Hotels oder Freizeitressorts eingesetzt werden kann.

„Alles beginnt mit einem ersten Schritt“

Schwarzenegger lässt sich erst herumführen und die Fahrzeuge erklären. Wie in seinen besten Filmen sagt er wenig. Er hört hauptsächlich zu und nickt. Später auf dem Podium ist er wesentlich gesprächiger und zeigt sich begeistert. „Diese Autos müssen kaum Abstriche machen, was Geschwindigkeit oder Leistung angeht“, sagt er. „Und ganz sicher keine, wenn es um das Aussehen geht.“ Das sei noch vor Jahren ganz anders gewesen. 2003, in dem Jahr, als er Gouverneur von Kalifornien wurde, fragte er bei der Los Angeles Motor Show nach Autos mit alternativen Antrieben. Er machte eine Pressekonferenz mit gerade mal zwei Fahrzeugen, erzählt er. 2010 seien 50 Autos gezeigt worden.

„Alles beginnt mit einem ersten Schritt“, sagt Schwarzenegger. Ein Satz wie aus einem seiner Streifen: einfach und kompromisslos. So setzte auch der Gouverneur Schwarzenegger bis zum Ende seiner Amtszeit 2011 seine Umweltpolitik um. Er ließ einen Wasserstoff-Highway von Kalifornien bis nach Kanada bauen, an dem Autos mit Wasserstoffantrieb ausreichend Tankstellen finden. 2005 legte er sich mit der Autoindustrie an, als er einen Vertrag zur Reduzierung der Treibhausgase für Kalifornien unterzeichnete, der deutlich über die Gesetze in den USA hinausging. Zudem gründete er die gemeinnützige Organisation R20, die es sich zum Ziel gemacht hat, politische Persönlichkeiten weltweit für den Umweltschutz zu gewinnen.

Schwarzeneggers Traum – Welt der alternativen Energien 

Laut Christophe Nuttall, Geschäftsführer der Organisation, haben sich bisher 400 Staatschefs, Regionalpolitiker und weitere Persönlichkeiten angeschlossen. „Arnie“ selbst fährt zwar mehrere Autos, darunter auch zwei Hummer, also dicke Geländewagen. Diese seien jedoch auf alternative Antriebe umgerüstet, erzählt er in Genf. „Das kostet zwar etwas“. Aber am Ende zahle es sich aus. „Mein Traum ist es, dass wir langsam zu alternativen Antrieben übergehen“, sagt er.

Terry Taminnen, der Schwarzeneggers Umweltpolitik mit umgesetzt hat und ihn heute noch berät, geht da in Genf noch weiter. „Wenn wir in fünf oder zehn Jahren wiederkommen, dann sind hier die Verbrennungsmotoren und drüben in den Hallen die Alternativen Antriebe“, hofft er. Die Frage sei, ob dann auch Schwarzenegger wieder dabei sei. „I’ll be back“, verspricht der, so wie in seinem Film „Terminator“. Diesmal sollte es keine Drohung sein. Bei seinem Abgang zeigt er sich dann wieder kompromisslos. „Herr Schwarzenegger, eine Frage auf Deutsch“, ruft ihm ein Radioreporter zu. „Die Pressekonferenz ist vorbei“, antwortet Schwarzenegger auf Englisch und steigt in einen abgedunkelten Mercedes Vito. Es ist nicht das Elektro-Modell. (dapd)

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