In Gedenken an den Bergbau: Gibt es in NRW dank dieser jungen Frauen bald einen neuen Feiertag?

Am 25. November starteten Lea Romanowski (rechts) und Mara Gosdzick (links) eine Petition für einen Feiertag zu Ehren der Bergleute im Ruhrgebiet.
Am 25. November starteten Lea Romanowski (rechts) und Mara Gosdzick (links) eine Petition für einen Feiertag zu Ehren der Bergleute im Ruhrgebiet.
Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Services
  • Im Dezember schließt die letzte Zeche Deutschlands – und beendet damit die Ära des Bergbaus
  • Mara Gosdzick und Lea Romanowski starteten zu Ehren der Bergleute eine Petition für einen neuen Feiertag
  • Der 4. Dezember soll die Arbeit der Bergmänner in Ehren halten

Wer an das Ruhrgebiet denkt, denkt fast zwangsweise auch an den Bergbau. Mit der Schließung der letzten deutschen Zeche in Bottrop neigt sich diese Zeit jedoch dem Ende zu. Ein zusätzlicher Feiertag für NRW soll diese Zeit nun in Ehren halten.

Mara Alea Gosdzick aus Essen und Lea Romanowski starteten dafür eine Petition. Die Idee für einen Gedenktag trug Mara schon länger mit sich herum.

Bergbau-Gedenken: Petition für den Feiertag findet Zuspruch

Als DER WESTEN einen Beitrag über einen neuen Feiertag in Berlin veröffentlichten, schlug Mara auf Facebook vor, dass zu Ehren der Bergleute ein Feiertag in NRW eingeführt werden sollte.

Lea war von dieser Idee so begeistert, dass sie prompt eine Petition ins Leben rief. Mittlerweile hat diese schon 4.300 Unterstützer erreicht (Stand: 6. Dezember).

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Auf Kohle geboren ist der Titel unseres Specials zum Ende der Steinkohle-Ära im Ruhrgebiet. Bis zur Schließung der letzten Zeche Ende Dezember berichten wir wöchentlich über alles rund um den Abschied der Bergleute aus dem Revier. Echte Typen, ganz viel Tradition und noch mehr Herz – hier findest du alle Glückauf-Themen in der Übersicht.

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29.000 Stimmen müssen erreicht werden

Alleine 4.200 davon kommen aus NRW. Es ist allerdings noch ein weiter Weg, bis eine Stellungnahme der Entscheidungsträger gefordert werden kann.

Webseitenbetreiber „OpenPetition“ fordert dafür 29.000 Stimmen. Die Petition ist aber auch erst am 25. November gestartet und läuft noch fünf Monate.

Erst durch die Petition haben sich die beiden kennengelernt

Für die beiden ist der Wunsch des Feiertags aber auch eine emotionale Angelegenheit. Einerseits kannten sich die 20 Jahre alte Essenerin und die 18-jährige Gladbeckerin vor Start der Petition noch gar nicht.

Andererseits haben beide durch ihre Familie eine enge Verbundenheit zum Bergbau. Beide erzählen uns ein wenig über sich und ihre Familie.

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Beide sind durch ihre Familie eng mit dem Bergbau verbunden

Mara erzählte:„Mein Opa starb an den Folgen der Arbeit und bei unserer Ahnenforschung haben wir herausgefunden, dass so ziemlich jeder meiner männlichen Vorfahren Bergmann war.“

Auch Lea hat in ihrer Familie einige Zechenarbeiter vorzuweisen: „Meine ganze Familie war im Bergbau tätig. Mein Vater war bis vor kurzem noch auf Prosper Haniel beschäftigt. Mein Opa väterlicherseits war Reviersteiger und mein Großonkel ist sogar unter Tage gestorben.“

Die Bergmänner waren der Antrieb Deutschlands

Beiden liegt am Herzen, die harte Arbeit der Zechenarbeiter nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

„Für mich ist es wichtig, dass es diesen Feiertag gibt, weil ich finde, dass die Bergmänner über Jahrhunderte hinweg der Antrieb Deutschlands waren“, so Mara.

4. Dezember als zusätzlicher Feiertag für NRW

„Die Bergmänner riskierten jeden Tag ihr Leben, nur um die Industrialisierung voranzubringen. Ohne ihre harte Arbeit wäre unser Leben heute nicht so komfortabel.“

Als Feiertag haben sich die jungen Frauen den 4. Dezember ausgesucht. Die heilige Barbara ist für den Schutz und Segen im Bergbau verantwortlich. Gefeiert wird die christliche Märtyrerin am 4. Dezember, daher die Auswahl des Tages. (db)

 
 

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