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Sarah-Lee Heinrich: Ihr Eklat beweist es – DIESE Forderung der Grünen Jugend ist völlig lebensfremd

Sarah-Lee Heinrich: Ihr Eklat beweist es – DIESE Forderung der Grünen Jugend ist völlig lebensfremd

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Die beiden neu gewählten Bundessprecher der Grünen Jugend: Sarah-Lee Heinrich und Timon Dzienus. Foto: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Kaum im Amt bricht über der neuen Bundessprecherin der Grünen Jugend der Sturm los: Sarah-Lee Heinrich hat in ihrer Jugend vulgäre und zum Teil menschenverachtende Tweets gepostet, die im Netz noch auffindbar waren. Das sollte für die Grüne Jugend Konsequenzen haben.

In einem Tweet kommentierte sie 2015 ein Hakenkreuz-Symbol mit „Heil“. Dies sei „maximal dumm und unangebracht“ gewesen, räumt sie heute ein. In einigen Netz-Beiträgen äußerte sie Gewaltfantasien. Sie wolle „irgendwann einen Besen nehmen und alle weißen Menschen aus Afrika raus kehren“. Noch heftiger: „Ich werde dich finden und anspucken, dann aufhängen mit einem Messer anstupsen und bluten lassen.“

Manche Tweets waren homophob: „Diese Tunte soll auch ihr Maul halten“. Oder: „Deine Schuhe sind schwul, meine Schuhe sind teurer“.

Tweets von Sarah-Lee Heinrich mit jugendlichen Alter entschuldbar

Das alles passt überhaupt nicht zum Selbstverständnis der Grünen. Das weiß Heinrich auch selbst. Man darf ihr zugestehen, dass sie heute als 20-jährige Studentin reflektierter und aufgeklärter denkt als in der Pubertät.

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Infos zu Sarah-Lee Heinrich:

  • Sie ist 20 Jahre alt.
  • Heinrich studiert Politikwissenschaften und Soziologie.
  • Sie wohnt in Köln.
  • Heinrich wurde kürzlich in den Bundesvorstand der Grünen Jugend gewählt.

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So schreibt Heinrich, die sich als Opfer eines rechten Shitstorms sieht: „Messt mich und kritisiert mich gern an meinen Positionen und meiner politischen Arbeit. Ich werde mich jetzt nicht zu allem erklären, was ich mal so mit 14 gedacht und gesagt habe, das verlange ich auch von niemandem.“

Wenn man, wie Heinrich und ihre grünen Unterstützer, ihre damaligen Äußerungen mit dem jugendlichen Alter erklärt und entschuldigt, kann es jedoch nicht angehen, dass die Jugendorganisation ernsthaft Kindern das Wählen erlauben will.

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Grüne Jugend: Sarah-Lee Heinrichs Vorgängerin forderte im Interview Wahlrecht für Kinder

Im Interview mit unserer Redaktion forderte Heinrichs Vorgängerin im Amt, Anna Peters, dass man sogar Grundschulkindern das Wahlrecht geben sollte. Eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre bei Bundestagswahlen, wie es die grüne Mutterpartei will, sei nur ein Zwischenschritt: „Wir setzen uns dafür ein, über das Wahlalter 0 zu debattieren, weil am Ende auch 16 eine willkürliche Barriere ist. Das Beste wäre, dass man es einfach selber entscheiden könnte und sich in ein Wahlregister eintragen dürfte“, sagte Peters.

Mit dem Alter zeigt sich bei den meisten Menschen eine geistige Reife. Sarah-Lee Heinrich ist ein gutes Beispiel dafür. Sie engagiert sich heute als Vorsitzende einer Jugendorganisation für eine tolerante, offene und antirassistische Gesellschaft.

Ihre Tweets aus der Jugend sollte man vergessen. Aber gleichzeitig sollte sich Heinrich davon verabschieden, Kindern das Wahlrecht zu erlauben. Diese Forderung der Grünen Jugend ist lebensfremd!