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Bluttat in Bordell in NRW: Mann tötet Prostituierte (38) und verletzt Ex-Freundin schwer – „Es war alles voller Blut“

Bluttat in Bordell in NRW: Mann tötet Prostituierte (38) und verletzt Ex-Freundin schwer – „Es war alles voller Blut“

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Valentin J. hat in Moers (NRW) eine Prostituierte umgebracht und seine Frau schwer verletzt. Foto: DER WESTEN/ Marcel Storch

Moers. 

Es sollte ein Geschenk sein und wurde zur tödlichen Waffe. Von seiner ehemaligen Lebensgefährtin hatte Valentin I. (47) ein Messer geschenkt bekommen – damit er für sie und ihren Sohn kochen konnte. Doch ausgerechnet mit dem Küchenmesser (Klingenlänge 18 cm) tötete er eine Frau und verletzte seine Ex-Freundin lebensgefährlich.

Seit Montag steht der 47-Jährige in Kleve (NRW) wegen Mordes und versuchtem Totschlag vor Gericht. Er gestand zu Prozessbeginn, am 6. April diesen Jahres in das Bordell „Moulin Rouge“ in Moers (NRW) gestürmt zu sein, eine Prostituierte (38) getötet und seine Ex-Freundin (32), lebensgefährlich verletzt zu haben.

NRW: Mann tötete Prostituierte in Moerser Bordell

„Ich habe jemand getötet, das stimmt“, gestand der Angeklagte vor Gericht. „Aber ich wollte das nicht. Ich wollte nur meinen Jungen.“ Gemeint ist sein zweijähriger Sohn. Denn hinter der tödlichen Attacke steckt ein Familiendrama.

2010 kam Valentin I. aus Rumänien nach Duisburg-Marxloh, arbeitete hier schwarz oder jobbte als unqualifizierter Hilfsarbeiter. Seine Freundin war bereits zuvor nach Deutschland gekommen, um als Prostituierte zu arbeiten. Doch als sie schwanger wurde, kam es zum Streit. Der Angeklagte forderte seine Freundin auf, die Prostitution aufzugeben und stattdessen zuhause auf das Kind aufzupassen.

Als der sechsfache Vater ihr ein blaues Auge schlug, nahm sie das gemeinsame Kind und floh aus der Wohnung. Sie erließ ein Kontaktverbot, der Kampf um das Sorgerecht für den Kleinen beschäftigte das Jugendamt und die Gerichte.

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Weil er seinen Sohn nicht mehr sehen darf, brennen Angeklagten Sicherungen durch

Als die Mutter des Jungen ihm sagte, dass er seinen Sohn nie mehr wieder sehen werde, weil er beim Jugendamt erzählt hatte, dass sie in einem Bordell mit dem Kleinen lebe, brannten bei Valentin I. die Sicherungen durch. „Ich habe angefangen zu trinken, eine Flasche auf Ex getrunken“, berichtet der Angeklagte zu Prozessbeginn.

Er sei mit der Straßenbahn nach Moers gefahren, wo seine Ex-Freundin bei einer Freundin in einer Wohnung über dem Bordell „Moulin Rouge“ untergekommen war. Durch den Hintereingang sei er hineingegangen. „Dann hat alles angefangen“, sagte Valentin I., der in Rumänien bereits mehrfach hinter Gittern saß.

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Kollegin will helfen und wird selbst Opfer

Gegenüber der Polizei hatte er nach der Tat angegeben, dass er seiner Ex-Lebensgefährtin das Gesicht habe zerschneiden wollen. Im Bordell soll es zum Disput gekommen sein, in Folge dessen die beiden Frauen ihn mit einem Gegenstand attackiert hätten, berichtet der Angeklagte. Deshalb habe er ein Messer, dass er immer bei sich führte, aus seinem Beutel gezogen und zunächst auf die Begleiterin seiner Ex eingestochen haben.

Frau bricht in Imbiss zusammen

Anschließend stach er wie von Sinnen auf seine Ex ein. „Er hat mir an den Haaren gezogen und immer wieder mit dem Messer auf mich eingestochen“, erzählte die Lebensgefährtin (32) vor Gericht. Die beiden Frauen konnten sich noch irgendwie nach draußen retten. An einem Imbiss brach die 38-jährige Kollegin zusammen.

„Ich habe Schreie gehört, dann kam eine Frau in meinen Imbiss“, berichtet der Imbissbetreiber von der Tatnacht. Sie sei blutend auf dem Boden zusammengebrochen. Jede Hilfe kam zu spät. Sie starb noch auf dem Weg ins Krankenhaus. „Einige Minuten später kam eine zweite Frau, ihr Gesicht total zerschnitten.“ Die Ex-Freundin des Angeklagten überlebte schwer verletzt, kämpft noch heute mit den Folgen der Tat.

„Es war alle voller Blut“

Der Angeklagte rief wenig später die Polizei und stellte sich 700 Meter vom Tatort den Beamten. Den Beamten offenbarte sich im Bordell ein Bild des Schreckens: „Es war alles voller Blut“, sagte eine Polizeibeamtin. Ende November soll ein Urteil fallen.