Warum knackt Holz beim Verbrennen?

Im Herbst und im Winter machen viele Menschen ihren Kaminofen an. Das Holz knackt und knistert dann ganz gemütlich, wenn es verbrennt. Doch wieso ist das so? Woher kommen die Geräusche?

Aachen/Rosenheim (dapd-kid). Im Herbst und im Winter machen viele Menschen ihren Kaminofen an. Das Holz knackt und knistert dann ganz gemütlich, wenn es verbrennt. Doch wieso ist das so? Woher kommen die Geräusche?

Die Antwort auf die Frage weiß Torsten Leps. Er arbeitet an der Hochschule Rosenheim. Rosenheim liegt im Bundesland Bayern. Er sagt: Das Knacken hören wir, wenn im Holz ein Riss entsteht. Das kommt, weil es unter Spannung ist. Es versucht, sich in der Hitze des Feuers zusammenziehen. Dabei geht es kaputt. Ähnliches können wir in einer Almhütte beobachten. Die Balken dort haben auch oft Risse. Der Fachmann sagt, nach und nach verliert das Holz dort seine Feuchtigkeit. Es passt sich seiner Umgebung an. Das Holz zieht sich beim Trocknen allmählich zusammen - weniger in Längsrichtung, mehr dagegen quer zur Maserung. Das Holz kann die dadurch entstehende Spannung nicht aushalten. Es reißt ein. Im Laufe der Zeit sehen wir deutlich Risse im Balken.

Beim Feuer ist das genauso, sagt der Experte. Im Unterschied zur Almhütte geht es aber rasend schnell. Die knackenden und knisternden Geräusche entstehen immer dann, wenn das Holz schrumpfen will, es aber wegen seiner eigenen Festigkeit nicht kann. Es gibt dann den Spannungen nach und bekommt Risse. Das hört sich dann so ähnlich an, als würde ein Ast zerbrechen. "Man sagt daher auch: Das Holz spricht, bevor es bricht", so der Fachmann.

Wer schon mal vor dem Kaminofen gesessen hat, weiß: Manchmal knackt das Holz besonders laut. Es ist ein bisschen so wie bei einer Mini-Explosion. Oft sprühen Funken, und es gibt einen kleinen Knall. Dieses laute Knacken kann Leif Arne Peterson erklären. Er arbeitet an der Fachhochschule Aachen im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Er sagt: Dieses Geräusch entsteht, wenn Harzgallen platzen. "Das sind Hohlräume, in denen das Holz sein flüssiges Pflaster lagert", erklärt der Holzexperte. Das Harz, das uns manchmal an den Fingern klebt, wenn wir Holz anfassen, ist für den Baum ein Schutz. Hat er eine Verletzung, dann hilft er sich so und verschließt die Wunde. Das Harz enthält Stoffe, die den Baum vor winzigen Lebewesen schützt, die ihm sonst schaden könnten. Wenn die Harzgallen platzen, dann schießen Öle heraus, die brennbar sind, so der Experte. Sie entzünden sich in dem Feuer im Ofen oft und lösen dann die Funken und Mini-Explosionen aus.

Aber warum knackt nicht jedes Holz gleich viel? Das liegt daran, dass die Baume unterschiedlich viel Harz haben: "Kiefer enthält viel Harz und brennt daher mit viel lautem Knacken", sagt Leif Arne Peterson. Bei Laubhölzern gibt es die Mini-Explosionen dagegen kaum, denn sie enthalten kein Harz. "Man kann aber auch einen deutlichen Unterschied hören, wenn man Tanne und Fichte verbrennt", sagt der Holzforscher. Denn Tannenholz ist harzfrei, Fichte dagegen enthält viel davon.

Es kommt aber auch auf die Art und die Form des Holzes an: "Leichte Hölzer wie Fichte knacken häufiger", erklärt Torsten Leps. Ihr Holz ist weniger fest. Im Kaminofen kann es bei der Hitze die Spannungen nicht solange aushalten. Es reißt häufiger als anderes Holz. Auch die Form des Holzscheits beispielsweise beeinflusst das Knacken. "Je kleiner das Holzstück, desto weniger knackt es", sagt der Holzexperte. Bei kleineren Stücken verzieht sich das Holz weniger. Es gibt geringere Spannungen und damit auch seltener Risse.

dapd

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