Schockt eure Eltern, bastelt ein Loom-Band!

Ein Mädchen spannt Loom Bands auf einen Webrahmen und flechtet so ein Armband.
Ein Mädchen spannt Loom Bands auf einen Webrahmen und flechtet so ein Armband.
Foto: dpa
In den Sommerferien ist in Deutschland das Loom-Fieber ausgebrochen: Mädchen und auch Jungs weben quietschbunte Armbänder aus Gummiringen

Es gab mal einen lustigen Werbespruch, der hieß: Schockt eure Eltern, lest ein Buch! In den Ferien haben tausende Kinder ihre Eltern auf andere Weise geschockt: Sie haben nicht ferngesehen, nicht am PC gespielt – sie haben von morgens bis abends gebastelt, mit regenbogen-bunten Gummibändern. Und die größte Überraschung: Sogar die Jungs knüpften Armbändchen wie wild.

Wenn ihr heute wieder in der Schule sitzt, seht ihr es: Viele Kinder tragen „Rainbow Loom“-Bänder, oft mehrere. Vielleicht hat auch die Lehrerin eins? Immerhin ist der Schmuck durch berühmte Erwachsene zum Renner geworden. Miley Cyrus zeigt im Internet ständig Bilder von ihren Armbändern, Herzogin Kate aus England trägt sie, angeblich wurde selbst der Papst mit einem Loom-Band gesehen.

Gummikleid für 230 000 Euro

Warum ist alle Welt verrückt nach dem Schmuck? Ganz einfach: Das Bastelset ist nicht teuer (15 bis 20 Euro), die Technik kinderleicht: Die Gummikringel werden auf einen Webrahmen (englisch: Loom) gespannt und mit Häkelnadeln ruckzuck verknüpft. Ein dünnes Armband ist in einer Minute fertig. Die Phantasie darf sich austoben: Ohne Webrahmen flechten Kinder obendrein Tierchen, Anhänger, Haarschmuck. Talentierte Bastler haben Schuhe, Bikinis und Anzüge aus den Kringeln gefriemelt. Ein Kleid wurde für 230 000 Euro versteigert.

Mit diesem Erfolg hatte der Erfinder nicht gerechnet. Der aus Asien stammende Amerikaner Cheong Choon Ng wollte nur seinen Töchtern helfen. Die beiden knoteten gerne Schmuck aus Gummis, mit denen Möhren zusammengehalten werden. In Asien machen das viele Kinder, weil sie kein anderes Spielzeug haben. Da Cheong Choon Ng Ingenieur ist, entwarf er einen Webrahmen, mit dem man Spezial-Gummis schnell verknüpfen kann. Er stellte Bastel-Anleitungen auf Youtube, verkaufte Starter-Sets weltweit – und wurde Millionär.

Erst waren alle Erwachsenen begeistert, weil die Kinder etwas Kreatives machen. Jetzt meckern einige: Die Gummiringe würden den Müllberg vergrößern. Und in Amerika sind die Webrahmen an vielen Schulen verboten, weil Kinder heimlich im Unterricht bastelten.

Am besten schockt ihr eure Eltern schön weiter und bastelt (nach der Schule) tollen Schmuck, der nicht auf dem Müll landet, sondern an den Armen eurer Freunde.