Menschen in Georgien wählen ein neues Parlament

Im Land Georgien sind am Montag viele Menschen losgezogen, um ihre Stimme abzugeben. Die Erwachsenen haben ein neues Parlament gewählt.

Tiflis (dapd-kid). Im Land Georgien sind am Montag viele Menschen losgezogen, um ihre Stimme abzugeben. Die Erwachsenen haben ein neues Parlament gewählt.

Wer das Land Georgien auf dem Globus sucht, muss im Westen Asiens gucken. Der Staat grenzt unter anderem an Russland an. Er ist etwa so groß wie das deutsche Bundesland Bayern. Rund viereinhalb Millionen Menschen leben dort.

Es wird damit gerechnet, dass am Dienstag gesagt wird, wie die Wahl ausgegangen ist. Bei so einer Parlamentswahl entscheiden die Menschen, wer künftig für sie Entscheidungen treffen soll. Sie sagen, welche Parteien die Nase vorn haben sollen und welche Politiker an die Macht kommen. Bei der Wahl in Georgien am Montag ging es um 150 Plätze im Parlament.

Vor der Abstimmung war nicht klar, wer gewinnen wird. Forscher haben zwar Umfragen gemacht. Doch für die regierende Partei "Vereinte Nationale Bewegung" (abgekürzt: "ENM") von Präsident Michail Saakaschwili waren ähnlich viele Leute wie für das Bündnis von Bidsina Iwanischwili, der sein Herausforderer ist.

Michail Saakaschwili ist seit fast neun Jahren in Georgien an der Macht. Er wurde 2004 im Alter von 37 Jahren Präsident des Landes am Schwarzen Meer. Er möchte, dass sein Land näher an die Europäischen Union (abgekürzt: EU) heranrückt. Das ist ein Zusammenschluss von 27 Ländern in Europa. Seit er seinen Job macht, hat sich in seinem Land einiges verbessert. Er hat dafür gesorgt, dass Verbrechen zurückgehen oder manche Dinge fairer ablaufen. Er hat die Korruption eingedämmt. Von Korruption sprechen die Menschen, wenn jemand Schmiergeld zahlt, um weiterzukommen. Er erkauft sich mit Geld einen Vorteil. Menschen kommen zum Beispiel dann schneller dran, wenn sie bei einem Amt etwas zu erledigen haben. Oder sie schaffen eine Prüfung, obwohl sie noch gar nicht gut genug dafür sind.

Obwohl Michail Saakaschwili einiges erreicht hat, liegt in Georgien auch noch vieles im Argen. Viele Menschen haben nicht viel Geld. Und auch die Zahl der Arbeitslosen ist zu hoch. Michail Saakaschwili hat nicht mehr so viel Unterstützung in seinem Land. Viele Menschen vollen einen Machtwechsel. Am Samstag waren bei einer großen Demonstration mindestens 100.000 Anhänger von Bidsina Iwanischwili auf die Straße gegangen und hatten für einen Neuanfang gekämpft.

Eigentlich hatte es für die Partei des Präsidenten zunächst nicht schlecht ausgesehen. Doch ein Video tauchte auf. Es zeigt Häftlinge in einem Gefängnis des Landes, wie sie gequält werden. Viele Georgier gingen deswegen auf die Straße und protestierten.

Die Wahl am Montag war sehr wichtig. Denn künftig sollen das Parlament und der Regierungschef mehr Macht haben in dem Land. Der Präsident hingegen soll weniger zu sagen haben.

dapd

EURE FAVORITEN