Marcel hilft Schülern bei Cyber-Mobbing

Plötzlich taucht ein Foto von jemandem im Internet auf. Aber der Betroffene ist damit nicht einverstanden. Was jetzt?

Bei solchen und anderen Problemen helfen Jugendliche wie Marcel Müller. Der 17-Jährige ist ein Medien-Scout.

Solche Scouts gibt es an vielen Orten in Deutschland. Sie beraten Schüler, die in Not geraten sind, zum Beispiel durch Cyber-Mobbing. In dieser Woche treffen sich mehr als 100 Medien-Scouts bei einer Konferenz in der Stadt Rostock. Wir haben vorher mit Marcel über seine Aufgabe gesprochen.

Was macht ein Medien-Scout?

Marcel Müller: "Ich gehe zum Beispiel in Schulen und berate Kinder und Jugendliche zu Internet-Themen. Aber auch Eltern und Lehrer haben Fragen dazu. Außerdem arbeite ich für die Internet-Plattform juuuport.de. Dort können Kinder und Jugendliche auch Fragen per Mail stellen. Ihren Namen müssen sie nicht nennen. Die Fragen beantworten wir dann."

Was für Fragen haben Kinder besonders oft?

Marcel Müller: "Es geht sehr häufig um Fotos oder Videos, auf denen die Kinder wenig oder gar nichts anhaben. Ein verliebtes Mädchen schickt zum Beispiel ein Bild von sich in Unterwäsche an einen Jungen. Und der schickt es dann einfach an Freunde weiter oder stellt es ins Internet. Die Betroffenen schreiben uns dann und sind sehr verzweifelt. Sie wollen von uns wissen, wie man das Bild wieder aus dem Internet wegbekommt."

Funktioniert das?

Marcel Müller: "Ich würde raten, denjenigen anzusprechen, der das Bild ins Netz gestellt hat. Und ihn dann bitten, das Bild zu entfernen. Oder ich würde es dem sozialen Netzwerk wie etwa Facebook melden. Es ist auch nicht schlecht, seine Eltern einzuschalten oder andere Personen, denen man vertraut. Auch wenn man sich vielleicht schämt."

Welche Probleme gibt es noch?

Marcel Müller: "Cyber-Mobbing. Da müssen wir häufig erklären, was das eigentlich ist. Wenn jemand einmal schreibt: "Du bist scheiße", ist das noch kein Mobbing. Cyber-Mobbing bedeutet, dass man über einen längeren Zeitraum immer wieder schikaniert wird. Wenn zum Beispiel Lügen oder andere Gemeinheiten im Internet oder per Handy über jemanden verbreitet werden oder eben peinliche Fotos und Filme."

Was tut man dann?

Marcel Müller: "Wichtig ist es, Beweise zu sichern. Denn ohne die kann man nichts machen. Das bedeutet etwa: Screenshots von Internetseiten machen."

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